Zielgenaues Feinbrechen im Kalkstein

In den Produktionsstätten des Oberpfälzer Kalk- und Schot­ter­werks Trollius spielen sowohl eine gut funktionierende Anlagensteuerung als auch eine aussagekräftige Prozess-Visualisierung eine große Rolle. Maschinen und Anlagen befinden sich durch ständige Ersatz- und Erweiterungsinves-titionen auf dem neues­-ten Stand: Das Nach­brechen von Mineral­beton-Fraktionen übernimmt seit August 2009 ein Metso Kegelbrecher vom Typ Nordberg HP100 modular (Bild). Im Werk Lauterhofen steht die Aufbereitung von Kalkstein u.a. zu Mineralbeton und Edel­splitt im Vordergrund. Das Nachbrechen zu Edelsplitt erfolgte dort bisher ausschließlich über eine Prallmühle. Mit zunehmendem Be­-darf an 2/5- und 5/8-Fraktionen wurde über die Prallmühle zu viel unverkäuflicher Sand 0/2 produziert. Um deutlich mehr Zielkorn – vor allem 5/8 – mit weitaus weniger Sand zu erzeugen, sollte ein Teilstrom der Mineralbeton-Fraktionen 8/16, 16/22, 22/32 und 32/45 mit einem dafür besonders geeigneten Brecher zerkleinert werden.

 

Da die Anbindung an die vorhandene Anlage einfach und kostengünstig sein sollte, entschied man sich für eine kompakte und mobile Einheit – ohne eigenes Antriebsaggregat und Fahrwerk. Hier bot sich die vorinstallierte Kegel­brechereinheit HP100 modular auf Kufengerüst an, die sich die Firma Trollius bereits auf der Steinexpo 2008 angesehen hatte. Dieses Anlagenmodul ließ sich in kürzester Zeit aufstellen und in Betrieb nehmen. Zum Anschluss wurden vorhandene Abzüge an den entsprechenden Silokammern aktiviert. Der dosierte Abzug zur gleichmäßigen Brecher­beschickung erfolgt mit frequenzgeregelten Schwingrinnen auf einem Sammelband zum Kegelbrecher. Dessen Austrag gelangt über ein Verbindungsband zum Steigband der Edelsplitt-Siebanlage.

 

Ein Hochleistungs-Kegelbrecher (HP steht für „High Performance“) wie der HP100 ist mit dem Nachbrechen von Kalkstein oder Dolomit – auch wenn es sich bei Trollius um hochwertige, feste Gesteine handelt – eigentlich leistungstechnisch unterfordert. Zudem besteht gerade beim Brechen von Kalkstein mit kleinen Spaltweiten die Gefahr des Brikettierens. Unsicher darüber, ob auch die Kornform den zukünftigen Anforderungen genügen würde, mietete Hermann Trollius zunächst die Moduleinheit für einen Probebetrieb an. Der HP100 erhielt Brechwerkzeuge Standard Medium, mit denen der Durchsatz bei 11 mm Spaltweite 60-80 t/h beträgt. Bereits nach kurzer Zeit lagen überzeugende Ergebnisse für eine dauerhafte Entscheidung zugunsten des HP100 modular vor. Die Anforderungen bezüglich Zielkorn, geringem Sandanteil und Kornform wurden erfüllt. Der HP100, kleinster Brecher der HP-Serie, liefert dank überzeugender Kombination aus Brechraumpro-fil, Exzentrizität und Drehzahl die besten Voraussetzungen für diesen Einsatz.

 

Wartungs- und bedienerfreundliche Eigenschaften, wie die Zugänglichkeit der Brechwerkzeuge von oben sowie die Brechwerkzeugbefestigung ohne Vergussmaterial, spielen bei HP-Kegelbrechern von Metso eine große Rolle. Vorteilhaft ist auch die effiziente Überlastsicherung bei unbrechbarem Material oder im Falle von Brikettierungen. Die Spalt­verstellung erfolgt bei HP-Kegelbrechern durch das Drehen des Mantelträgers, was zu einem gleichmäßigen Verschleiß über den gesamten Brechraumumfang führt.

 

Für den HP100 ist die intelligente Brechersteuerung IC7000 Basic bei Trollius ausreichend, um die wichtigen Brecher­funktionen zu überwachen und Hilfefunktionen bei Stö­run­gen abrufen zu können. Kommt ein HP-Kegelbrecher
in stark schleißendem Gestein zum Einsatz, empfiehlt der Hersteller die IC7000 Advanced, die neben weiteren Zusatzfunktionen zur Integration in die Steuerung der Gesamtanlage auch eine Betriebsdatenauswertung sowie mehrere Modi zur Brechspaltüberwachung für einen Betrieb mit stets optimaler Spalteinstellung bereit hält.


Metso Minerals (Deutschland) GmbH,

Mannheim (D), Tel.: +49 621-727 00 611,

E-Mail: karl-heinz.hessler@metso.com

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