Aussichten und Trends

Nordamerikas Minenindustrie im Blickpunkt

Zusammenfassung: Bei den weltweiten Explorationsbudgets haben Kanada, Australien und die USA die Nase vorn. In dem nachfolgenden Bericht werden für die beiden nordamerikanischen Länder die derzeitigen Aussichten und Trends im Miningsektor dargestellt und wichtige Minengesellschaften beleuchtet.

1‌ Einleitung

Die weltweiten Budgets für Explorationskosten bei den Nichteisenmetallen sind in 2018 um 19 % auf etwa 10,1 Mrd. US$ von 8,5 Mrd. US$ in 2017 gestiegen. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Investitionen von 1651 Minengesellschaften, durchgeführt von S&P Global Market Intelligence [1]. Der Anstieg wurde ausgelöst durch sogenannte Batteriemetalle wie Nickel, Kobalt und Lithium sowie insbesondere die hohe Nachfrage nach Gold und nach den Basismetallen Kupfer und Zink. Kanada kommt wie in den letzten Jahren auf die höchsten Investitionsbudgets mit 1,44 Mrd. US$ (14,3 %) in 2018, was gegenüber 2017 einen Zuwachs von 31 % bedeutet. Auf dem 2. Platz folgt Australien mit 1,33 Mrd. US$ (13.2 %). Die USA kommen auf mehr als 0,8 Mrd. US$ (8 %). Goldexplorationen machen in diesen drei Ländern jeweils mehr als 55 % der Investitionen aus.

2 Die Bergbauindustrie in Kanada

2.1 Übersicht

Kanada ist der weltweit größte Hersteller von Kalisalz und bei der Gewinnung von Aluminium (Bild 1), Diamanten, Gold, Kobalt, Nickel, Platingruppenmetallen und Uran ist man weltweit unter den 5 wichtigsten Ländern. 2017 wurden die größten Minenumsätze erzielt mit Gold (8,7 Mrd. Can$), Kohle (6,2 Mrd. Can$), Kupfer (4,7 Mrd. Can$), Kalisalz (4,6 Mrd. Can$), Eisenerz (3,8 Mrd. Can$), Nickel (2,7 Mrd. Can$) und Diamanten (2,6 Mrd. Can$). Insgesamt gibt es in der Minenindustrie 1200 Unternehmen mit über 400 000 direkt Beschäftigten, davon 65 Unternehmen im Metallbergbau und 1136 im Nichtmetallbergbau. 2017 betrug der Wert an der GDP-Wertschöpfung etwa 72 Mrd. Can$. Ein weiterer wichtiger Faktor in Kanada ist die Gewinnung von Energieträgern aus Ölsanden. 2018 wurden daraus 2,854 Millionen Barrel/Tag (MMb/d) gewonnen, nach 2,675 MMb/d im Jahr 2017. Für 2035 ist eine Fördermenge von 4,192 MMb/d geplant. Dazu sind weitere hohe Investitionen erforderlich [2].

2.2 Investitionen der Bergbauindustrie

In Kanada werden die Investitionen der Bergbauindustrie von dem Ministerium für National Resources (NRCan) analysiert. Bild 2 zeigt die Entwicklung der Explorationsausgaben von 2014 bis 2018 mit aktualisierten Zahlen für 2018, dargestellt nach Art der Minengesellschaften. Man erkennt den Einbruch bei den Explorationsbudgets auf 1,629 Mrd. Can$ im Jahr 2016 und den rapiden Anstieg 2017 und 2018 auf 2,360 Mrd. Can$. Auffallend dabei ist auch der wachsende Anteil der sogenannten Junior Miners in den letzten Jahren. Junior Miners sind solche Bergbauunternehmen, bei denen die Erkundung und die Exploration, nicht aber die eigentliche Gewinnung der Metalle im Vordergrund steht. Auffallend viele solcher Unternehmen beschäftigen sich nur mit einem Metall, wie beispielsweise Gold, und haben nur ein kleines Portfolio an Explorationsprojekten.

In Bild 3 sind die Explorationsaufwendungen in Kanada für das Jahr 2018 für die wichtigsten Rohstoffe dargestellt. Der Großteil der Aufwendungen ging in Edelmetalle wie Gold und Platingruppenmetalle mit 1,504 Mrd. Can$ bzw. 64 % aller Aufwendungen. Basismetalle wie Kupfer und Nickel folgen mit 0,366 Mrd. Can$ bzw. 16 %. Lediglich 20 % entfallen auf alle anderen Rohstoffe, wobei die Eisenerzgewinnung auf 1 % und Uran auf 5 % kommen. Auf Diamantenminen entfallen 4 %. Die Explorationsaufwendungen machen mit 16 % aber nur einen Bruchteil an den gesamten Budgets der Minengesellschaften aus, wie Bild 4 verdeutlicht. Der Großteil fließt in die Ausrüstungsinvestitionen mit 48 %. Selbst auf Wartung und Instandsetzung entfallen mit 20 % mehr als auf die Explorationskosten.

Bild 5 zeigt für das Jahr 2018 die Aufteilung der Budgets der Minengesellschaften nach Provinzen. Dabei entfallen mehr als 80 % auf die 5 Provinzen Quebec, Ontario, British Columbia, Saskatchewan und Nunavut. Quebec führt mit einer Summe von 3,57 Mrd. Can$ bzw. 24 % vor Ontario mit 3,23 Mrd. Can$ bzw. 22 %. Von den übrigen 6 Provinzen Neufundland und Labrador, Nova Scotia, New Brunswick, Manitoba, Alberta, Yukon und die Nordwest Territorien entfällt allein auf Neufundland/Labrador mehr als 34 %, Yukon und die Nordwest Territorien kommen auf weitere 28 %, was die Bedeutung der nördlichen, arktischen Provinzen unterstreicht [3].

2.3 Wichtigste Rohstoffe in Kanada

Gold, Kupfer, Nickel und Diamanten haben eine herausragende Bedeutung für die Minenindustrie Kanadas. Der Goldpreis markierte Anfang 2018 mit 1359,88 US$ je Feinunze sein letztjähriges Hoch. Aktuell (04. April 2019) steht der Preis für das Edelmetall bei 1291,81 US$. Die US-Großbank Goldman Sachs ist zuversichtlich, dass der Goldpreis im Jahr 2019 die magische Marke von 1350 US$ je Feinunze erreichen wird. Mit zunehmenden politischen Unsicherheiten und Sorgen über eine weitere Eskalation der Handelsstreitigkeiten vor allem zwischen den Vereinigten Staaten und China könnte der Goldpreis profitieren. Anders als für Anleger ist für Goldproduzenten ein Preis von über 1100 US$ bei Cash-Kosten von teilweise unter 600 US$ je Feinunze bereits sehr auskömmlich. Dies erklärt die momentane Rallye nach neuen Goldminenprojekten.

Fast 50 Goldminenunternehmen sind an der Börse von Toronto gelistet. Im Jahr 2017 wurden in Kanada 176,2 t Gold produziert, was einen Anstieg um 80 % vor 10 Jahren bedeutet. Auf die größten Fördermengen kamen Ontario mit 76,2 t, Quebec mit 57,4 t und British Colombia mit 19,7 t. Kanada liegt damit im Weltranking derzeit auf einem 5. Platz hinter China (426,1 t), Australien (295,0 t), Russland (271,0 t) und den USA (230,0 t). 2017 wurden mit Gold Exporterlöse in Höhe von 18,6 Mrd. Can$ erzielt. Die Analysten von Wood Mackenzie gehen davon aus, dass Kanada in den nächsten 5 Jahren im internationalen Ranking auf den 2. Platz mit einer Fördermenge von etwa 300 t aufsteigt. Dies ist ein Ergebnis der vielen neuen Minenprojekte in nahezu allen Gebieten Kanadas.

Zu den wichtigsten Goldminenunternehmen in Kanada zählen Agnico Eagle, Goldcorp, Barrick Gold, Yamama Gold, Kirkland Lake Gold und Barrick Gold. Zu den vielen Mid-Tier und Junior Miners zählen Alamos Gold, Atlantic Gold Corp., Detour Gold, First Mining Gold, IDM Mining, Marathon Gold, Newgold, Richmond Mines, TMAC Resources, Victoria Gold und Wesdome Gold. Agnico Eagle besitzt 8 produzierende Goldminen, davon 5 in Kanada. Zu den größten Goldminen zählen Medowbank (Bild 6) in Nunavut sowie La Ronde, Goldex, Lapa und Canadian Malartic in Quebec. An der Mine Malartic (Bild 7) sind Agnico Eagle and Yamama Gold zu je 50 % beteiligt. Agnico Eagle hat 2017 in Kanada 1,178 Millionen Unzen (MOz) Gold produziert. Daneben verfügt man mit den Minen Amaruq und Meliadine (Bild 8) in Nunavut über hochrangige Ausbauprojekte.

Goldcorp dürfte mit seinen 3 Minen Porcupine, Musselwhite (Bild 9) und Red Lake in Ontario sowie Éléonore in Quebec momentan in Kanada der zweitgrößte Goldproduzent sein. 2017 wurden dort 1,022 MOz produziert. Für 2018 wurden 1,1 MOz angestrebt, auf die das Unternehmen voraussichtlich aber nicht kommt. Goldcorp plant seine weltweiten Fördermengen von 2,5 MOz in 2017 auf 3,0 MOz im Jahr 2021 auszubauen, wobei Kanada eine hohe Bedeutung zukommt. Auf dem 3. Platz im Ranking folgt momentan Yamama Gold mit einer Produktionsmenge von 0,316 MOz aus seiner 50 % Beteiligung an der Canadian Malartic Mine. Yamama wird dicht gefolgt von Kirkland Lake Gold, die 2017 aus ihren 3 Minenbetrieben Macassa, Holt und Taylor Mine eine Menge von 0,312 MOz Gold produzierten. Barrick Gold mit der Hemlo Mine folgt mit 0,171 MOz.

2017 wurden in Kanada 604 000 t Kupfer produziert. Damit nimmt man im weltweiten Ranking nur noch einen 12. Platz ein. Das Ranking wird angeführt von Chile mit 5500 t, Peru mit 2445 t und China mit 1706 t. Zu den führenden Produzenten in Kanada zählen Vale Canada und Teck. Vale besitzt 5 Kupferminen in Ontario und 2 in Manitoba. Im Jahr 2017 hat man dort insgesamt 136 700 t Kupfer gewonnen. Teck kam 2017 auf eine Menge von 93 000 t Kupfer. Bei Nickel kam Kanada 2017 auf eine Produktionsmenge von 211 900 t, was im internationalen Ranking einen 5. Platz hinter den Philippinen (366 kt), Kasachstan (345 kt), Neukaledonien (215 kt) und Russland (212 kt) bedeutet. Vale kommt mit seinen 3 Minen in Sudbury, Voisey’s Bay und Thompson allein auf 134 000 t, bzw. 63 % der Fördermenge Kanadas.

Bei Produktion von Diamanten steht Kanada 2017 auf Platz 2 im weltweiten Ranking mit 23,234 Millionen Karat (MMC) bzw. 15,4 % der Minenproduktion hinter Russland mit 28,2 %. Bei dem Wert der Diamantenproduktion steht Kanada im weltweiten Ranking mit 2,06 Mrd. US$ und mit 14,6 % hinter Russland mit 29,1 % und Botswana mit 23,6 % auf Platz 3. Das größte Unternehmen bei der Gewinnung von Diamanten ist die Dominion Diamond Corporation. Man besitzt die Ekati Mine, wo 2017 insgesamt 5,2 MMC gewonnen wurden. Zusätzlich ist man an der Diavik Mine (Bild 10) mit 40 % beteiligt. 60 % an der Diavik Mine hält Rio Tinto, die auch die Mine betreiben und 2018 7,263 MMC produzierten. Rio Rintos Anteil macht 4,358 MMC aus.

3 Die Bergbauindustrie in den USA

3.1 Übersicht

Der Status der USA als führende Wirtschaftsmacht, die rund ein Fünftel des jährlichen Welteinkommens erwirtschaftet, gründet sich auf ein großes erschlossenes und rohstoffreiches Staatsgebiet [4]. Ein wichtiger Faktor ist der große Binnenmarkt (2018: ca. 329 Mio. Einwohner; BIP 2017: ca. 19,4 Billionen. US$). Die USA sind reich an Erdöl- und Kohlevorkommen und weltweit führend bei der Gewinnung von Blei und Molybdän (jeweils 3. Platz), Gold, Kupfer und Palladium (jeweils 4. Platz), Zink und Platin (jeweils 5. Platz). Bei Eisenerz kommt man auf den 9. Platz, bei Nickel auf den 13. Platz. Bild 11 zeigt die Entwicklung der Minenindustrie in den letzten 5 Jahren. Man erkennt, dass Industrieminerale den größten Anstieg haben, während Metalle und Kohle eher eine abfallende Tendenz aufweisen. 2017 wurden etwa 75,2 Mrd. US$ ohne die Kohleindustrie erwirtschaftet.

3.2 Die Kohleindustrie

Die Kohleindustrie in den USA konnte sich in 2017 stabilisieren, auch wenn sie längst nicht mehr die dominierende Rolle wie in vergangenen Jahrzehnten hat. Bild 12 zeigt die Fördermengen an Steinkohle. Diese sind von 907 Millionen Jahrestonnen (Mta) in 2014 auf 661 Mta in 2016 gefallen. Durch Unterstützung der Trump Regierung stieg die Produktion in 2017 auf 703 Mta. Für 2018 werden weitere leichte Anstiege erwartet, insbesondere infolge wachsender Exporte. Bei nahezu gleichbleibender Elektrizitätserzeugung ist der Anteil der Steinkohle an der Verstromung kontinuierlich gefallen, auch in 2017 (Bild 13). Nach ehemals Anteilen von 56,7 % (1985) und 51,7 % (2000) beträgt der Anteil der Kohleverstromung noch 30,1 %. Von 2018 bis 2020 werden weitere 3.422 MW Leistung von Kohlekraftwerken stillgelegt bzw. auf Gas umgerüstet.

Das größte US-Unternehmen der Kohleindustrie, Peabody Energy, konnte in 2017 seine US-Fördermengen von 142,3 Mta in 2016 auf 156,7 Mta in 2017 steigern. Peabody besitzt in den USA 13 aktive Kohleminen in den Regionen Powder River Basin, Midwestern US und Western US. Die größte und ertragreichste Mine ist die in North Antelope Rochelle (Bild 14), wo 2017 allein 101,6 Mta Steinkohle gefördert wurden. Insgesamt kommt Peabody mit seinen US Minen und den Minen in Australien auf Fördermengen von 188,3 Mta im Jahr 2017 nach 175,6 Mta im Jahr 2016. Peabody erzielte von April bis Dezember 2017 Erlöse in Höhe von 4,25 Mrd. US$ bei operativen Kosten in Höhe von 3,07 Mrd. US$. Das EBITDA für den Zeitraum beträgt 1,15 Mrd. US$. Im 1. Quartal 2017 waren noch Verluste in Höhe von 195,5 Mio. US$ zu verkraften.

3.3 Weitere wichtige Rohstoffe

Bild 15 zeigt die wichtigsten Metalle und die Lage der Minenbetriebe in den USA. Eine große Anzahl der Minen betrifft die Gewinnung von Gold, Silber, Kupfer, Molybdän und Zink. Die meisten Minen zur Metallgewinnung befinden sich im Mittleren Westen, insbesondere in den Bundesstaaten Arizona, Nevada, Minnesota, Michigan, Colorado und Utah. Diese Bundesstaaten machen zusammen mit Alaska 88 % der Wirtschaftsleistung der Minenindustrie aus (Bild 16). Die drei wichtigsten Staaten sind Arizona (31 %), Nevada (30 %) und Minnesota (9 %).

Die Minenproduktion bei Gold stieg von 230 t im Jahr 2013 auf 245 t im Jahr 2017. Die USA stehen damit im weltweiten Ranking auf dem 4. Platz hinter China, Australien und Russland. Zu den größten Goldproduzenten in den USA zählen Barrick Gold, Newmont Mining und Kinross Gold. Barrick Gold besitzt mit Cortez, Goldstrike und Turquoise Ridge 3 Minen in Nevada (Bild 17), sowie mit Golden Sunlight eine Mine in Montana. 2017 wurden von dem Unternehmen in den USA-Minen 2,4 MOz Gold gewonnen. Newmont Mining besitzt in den USA die 5 Goldminen Carlin, Phoenix, Twin Creeks, Long Canyon und Cripple Creek & Victor und ist darüber hinaus an der Mine Turquoise Ridge von Barrick Gold zu 25 % beteiligt. In 2017 produzierte Newmont Mining 2,211 MOz Gold in den USA, nach 2,024 MOz in 2016 und 1,643 MOz in 2015. Kinross Gold hat in seinen 3 Minen Fort Knox (Bild 18) in Alaska sowie Rand Mountain und Bald Mountain in Nevada in 2018 etwa 1,51 MOz Gold produziert.

Die Kupferproduktion in den USA hat sich von 2013 bis 2017 nur geringfügig auf 1,27 Mta erhöht. In 2016 wurde aber ein Peakwert von 1,43 Mta erreicht. Der Marktführer Freeport McMoRan besitzt die 7 Kupfer-Tagebauminen Morenci, Bagdad, Safford, Sierrita und Miami in Arizona sowie Chino und Tyrone in New Mexico. In 2018 hat das Unternehmen in diesen Minen insgesamt 0,637 Mta Kupfer nach 0,689 Mta im Jahr 2017 produziert. Rio Tinto hat in seiner Kennecott Mine (Bild 19) in Utah im Jahr 2018 0,204 Mta Kupfer gewonnen, was gegenüber 2017 einer Steigerung um 37 % entspricht. Ausgelöst wurde die Steigerung durch einen Erzabbau in einem Gebiet mit höherem Kupfergehalt sowie infolge von Produktivitätssteigerungen. Rio Tinto plant zusammen mit BHP Copper mit Resolution Copper in Arizona eine weitere Mine in den USA.

Blei wird in 5 Minen in Missouri und weitere 5 Minen in Alaska und Idaho produziert. 2017 betrugen die Mengen noch 0,313 Mta nach 0,370 Mta im Jahr 2015. Platingruppenmetalle wurden von der Sibanye Stillwater Mining Company in einer Menge von 0,0169 t im Jahr 2017 in 2 Minen in Montana produziert. Molybdän wird in den USA als Primärmetall in 2 Minen in Colorado gewonnen, während in 7 weiteren Kupferminen, davon 4 in Arizona, das Metall als Nebenprodukt produziert wird. 2017 betrugen die Fördermengen 0,0446 Mta, nach 0,0682 Mta in 2014. Zink wird in 14 Minen in 5 Bundesstaaten gefördert. Die Produktionsmengen betrugen zuletzt 0,73 Mta nach 0,824 Mta in 2015.

4. Ausblick

Anfang des Jahres 2019 haben zwei Akquisitionen in der Goldbranche für Aufmerksamkeit gesorgt. Die amerikanische Newmont Mining wird für einen Preis von etwa 10 Mrd. US$ den kleineren kanadischen Rivalen Goldcorp übernehmen. Durch die Übernahme entsteht in Nordamerika der größte Goldproduzent der Welt. Das neue Unternehmen Newmont Goldcorp hat einen Börsenwert von 28 Mrd. US$ und wird 2019 ungefähr 7,8 MOz Gold produzieren. Newmont Goldcorp wird damit Barrick Gold aus Kanada als größtes Unternehmen der Branche ablösen. Barrick Gold hatte erst im September 2018 bekannt gegeben, die in London notierte Randgold Resources für 6 Mrd. US$ zu kaufen. Am 2. Januar 2019 ging das kombinierte Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 22 Mrd. US$ an die NYSE und TMX Börse.

Analysten gehen davon aus, dass diese beiden Megadeals in der Goldbranche noch nicht das Ende sind. Die Konsolidierung in anderen Sektoren wie Eisenerz, Kupfer und Nickel ist bereits weiter fortgeschritten. Die beteiligten Unternehmen wie Newmont Mining und Barrick Gold berichten, dass die zugekauften Unternehmen Potenzial für Produktivitätssteigerungen und Synergien besitzen. Für die Zukunft glaubt man besser aufgestellt zu sein und insbesondere will man von einem größeren Expansionsportfolio profitieren. Dabei soll auch die satellitengestützte Erkundung von Bodenschätzen helfen.

Literatur • Literature

[1]  Murphy, K.; Ferguson, M.: Global Exploration Budget Trends 2018, S&P Global Market Intelligence, 18. October 2018, New York/USA

[2]  The Mining Association of Canada: Towards Sustainable Mining – Progress Report 2018. The Mining Association of Canada, 2018, Ottawa, Ontario/Canada

[3]  Harder, J.: Canada’s mining industry experiencing an upswing, AT MINERAL PROCESSING 10, 2011 pp. 54-65

[4]  Harder, J.: Leading Investments – Is the US mining industry going to move abroad? AT MINERAL PROCESSING 12, 2011 pp. 38-49

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