Antrieb von Continental spart Gewicht in mobilen Siebanlagen

Das Technologieunternehmen Continental geht neue Wege beim Antrieb von mobilen Siebanlagen. In Zusammenarbeit mit einem Anlagenhersteller hat das Unternehmen eine Antriebslösung mit Keilrippenriemen statt Kette entwickelt, die deutliche Gewichtsersparnis und weniger Lärmbelästigung im Garten- und Landschaftsbau verspricht.


Um Brachland abzutragen und Erde, Sand oder Kies aus den unterschiedlichsten Bodengemischen herauszufiltern, kommen im Garten- und Landschaftsbau speziell konzipierte Siebanlagen zum Einsatz. Arbeiten in Wohngebieten oder ähnlich eng gestalteten Umgebungen stellen Gartenbauer vor besondere Herausforderungen: Hier ist eine geringe Lärmbelästigung der Anwohner gefordert. Zudem soll die Anlage weniger Gewicht auf die Waage bringen, was den Transport deutlich erleichtert. Die Siebanlagen müssen kompakt, im Idealfall wartungsarm sowie per Mittelklasse-Pkw zu befördern sein.


Speziell für diese Anforderungen im Markt hat die Firma Zemmler Siebanlagen aus Massen-Niederlausitz (Deutschland) ihre mobile Siebanlage MS1000 entwickelt. Mit einem Maximalgewicht von 1800 kg ist sie die mit Abstand leichteste Maschine im Portfolio. Zum Vergleich: Das nächstgrößere Modell liegt bei einer fast doppelt so hohen Gewichtslast von 3500 kg.


Gemeinsam mit den Antriebssysteme-Spezialisten von Continental haben Zemmler-Techniker nun den Antrieb der MS1000 weiter optimiert. In enger Zusammenarbeit entstand die einfache wie geniale Idee, die typischerweise in den Trommelanlagen verbauten Komponenten Zahnkranz und Kette durch einen Keilrippenriemen zu ersetzen.

Lutz Jänisch, Serviceleiter bei der Zemmler Siebanlagen
Quelle: Zemmler Siebanlagen GmbH

Lutz Jänisch, Serviceleiter bei der Zemmler Siebanlagen
Quelle: Zemmler Siebanlagen GmbH

„Kette und Kranz haben eine hohe Kraftübertragung und sind sehr robust und zuverlässig im Aufbau“, sagt Lutz Jänisch, Serviceleiter bei der Zemmler Siebanlagen. „Der Keilrippenriemen erreicht diesen Wirkungsgrad durch die Umschlingung der Trommel und einer exakt eingestellten Vorspannung.“ Da bei Zemmler Trommeln mit einem Durchmesser von bis zu 2 m eingesetzt werden, spart es viel Geld, Gewicht und Zeit, wenn diese Trommeln nicht extra mit Zahnkranz und Kette versehen werden müssen.

Durch den Ersatz von Zahnkranz und Kette durch den Keilrippenriemen Conti-V Multirib kann die Siebanlage bis zu 40 kg einsparen
Quelle: Zemmler Siebanlagen GmbH

Durch den Ersatz von Zahnkranz und Kette durch den Keilrippenriemen Conti-V Multirib kann die Siebanlage bis zu 40 kg einsparen
Quelle: Zemmler Siebanlagen GmbH
40 Kilogramm weniger Gewicht

Die kompakte MS1000 stellte sich als der ideale Versuchsträger heraus: Der Keilrippenriemen Conti-V Multirib wird auf die Trommel aufgelegt, um so das Drehmoment zu übertragen. Dabei treibt er die Antriebsscheibe vor dem Motor an – vom Prinzip her vergleichbar mit einem überdimensionierten Waschmaschinen-Antrieb. „Wir hatten die Idee, dieses Antriebskonzept mit einem Keilrippenriemen zu realisieren“, sagt Roman Schulz, zuständiger Anwendungstechniker für Antriebsriemen bei Continental. „Zemmler hat mit uns hier konsequent einen neuen Weg in puncto Antrieb für diese Anlagen beschritten. Dabei hat sich das größte verfügbare Profil, das PM-Profil mit einem Abstand von 9,4 mm zwischen den Rippen des Riemens, angeboten.“


Auch bei Zemmler waren die Konstrukteure nach den ersten Testläufen mit dem Keilrippenriemen rundum zufrieden. „Dreh- und Angelpunkt beim Antrieb war bislang die Stahlkette mit Zahnkranz. Natürlich funktioniert dieses Antriebsprinzip nach wie vor gut, doch ist es deutlich schwerer als ein aus Elastomeren hergestellter Keilrippenriemen und im Betrieb sehr viel lauter. Der Riemen von Continental läuft nahezu geräuschlos“, sagt Jänisch. Vor allem die Gewichtsersparnis sei ein entscheidender Faktor: „Durch den Wegfall von Zahnkranz und Kette können wir bis zu 40 kg einsparen. Mit einem Mittelklasse-Pkw ist die Anlage nun mühelos zu ziehen. Durch die Gewichtseinsparungen können wir jetzt auch immer einen Stromerzeuger mitführen.“


Roman Schulz, zuständiger Anwendungstechniker für Antriebsriemen bei Continental
Quelle: Zemmler Siebanlagen GmbH

Roman Schulz, zuständiger Anwendungstechniker für Antriebsriemen bei Continental
Quelle: Zemmler Siebanlagen GmbH
Vorteil Keilrippenriemen: Kaum Wartung sowie ein trockener und sauberer Lauf

Hinzu kommt ein deutlich reduzierter Wartungsaufwand, denn der Riemen benötigt im Gegensatz zur Kette kein Öl. „Die Kette dehnt sich mit der Zeit aus, wird dadurch noch lauter und muss nachgespannt werden. Das ist aber nicht so einfach, wie beim Riemen“, erklärt Jänisch. Außerdem setzen sich durch das Ölen zunehmend Partikel in der Kette fest. Der Riemen hingegen schont durch seinen trockenen und sauberen Lauf die Anlage – und die direkte Umgebung. Auch hinsichtlich der Langlebigkeit punktet die Anlage mit Riemen: „Wir sind zuversichtlich, dass die übliche Lebensdauer der Kette, die von Zemmler mit 2000 bis 3000 Betriebsstunden beziffert wird, vom Riemen ebenfalls erreicht und sogar übertroffen wird“, so Peter Steer, zuständiger Gebietsverkaufsleiter für Antriebssysteme bei Continental.


Peter Steer, zuständiger Gebietsverkaufsleiter für Antriebssysteme bei Continental
Quelle: Zemmler Siebanlagen GmbH

Peter Steer, zuständiger Gebietsverkaufsleiter für Antriebssysteme bei Continental
Quelle: Zemmler Siebanlagen GmbH
Die Testphase bei Zemmler wurde erfolgreich abgeschlossen, jetzt geht es in die Kleinserie. Im Laufe des Jahres 2019 wird Zemmler die ersten serienmäßigen MS1000 inklusive Keilrippenriemen fertigen. Doch damit nicht genug: Zemmler plant bereits, den Riemen auf die nächstgrößere Maschine, die MS1600, zu ziehen. Steer: „Bei der MS1600 sprechen wir von Riemen bis circa 5 m Länge. Bei den größten Maschinen würden Abmessungen über 10 m benötigt werden.“ Die Arbeiten dazu wurden von den Experten bereits aufgenommen. Jänisch ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir bei dieser Anlage noch mehr Gewichtseinsparungen erzielen können.“


Gerät VSM Mini für eine optimale Riemenspannung

Für die Montage des Riemens hat Zemmler auf eine weitere innovative Lösung von Continental zurückgegriffen: den VSM Mini – ein filigranes Bauteil mit Schwingungssensor, mit dem sich einfach, bequem und kostengünstig die korrekte Riemenspannung einstellen lässt. Er lässt sich bei Bedarf direkt auf den Riemen anbringen, um so von vornherein einen Vorspann-Wert einzustellen, so dass der Kunde diesen Schritt nicht mehr vornehmen muss. Jänisch ist vom Gesamtpaket überzeugt: „Der Conti-V Multirib hat unsere Anlage noch weiter optimiert – und liefert unseren Kunden, allen voran den Gartenbauern, noch mehr Kaufargumente, um reibungslos und geräuscharm ihre Materialien zu sieben.“


www.contitech.de


Thematisch passende Artikel:

04/2014

ContiTech stärkt Präsenz in China

Die ContiTech AG, Hannover, baut ihr Geschäft mit Antriebsriemen in China gezielt weiter aus und übernimmt das Geschäft des lokalen Herstellers Taizhou Fuju Rubber Belt Manufacture Co., Ltd. Das...

mehr
06/2015

Umweltfreundlich und verschleißfest: Neue Antriebslösungen

Die ContiTech Power Transmission Group hat ihr Programm an Antriebsriemen für die Industrie erweitert. Ein neuer Keilrippenriemen arbeitet dank seiner hoch abriebfesten Gewebebeschichtung...

mehr

Continental vollzieht Veyance-Erwerb

Continental hat den Erwerb des amerikanischen Kautschukunternehmens Veyance Technologies Inc, Fairlawn/Ohio am 30. Januar vollzogen, nachdem am 29. Januar auch die brasilianische Kartellbehörde CADE...

mehr
12/2012

Mehr Sicherheit trotz einfacherer Verarbeitung

Der neue Klebstoff Conti Secur® ­PREMIUM (Bild), der bei unterschiedlichen Kaltverklebungen von Fördergurten eingesetzt wird, hat statt der üblichen zwei nur eine Komponente und ist dadurch sofort...

mehr

10 Jahre ZEMMLER® Siebanlagen

Im Jahr 2000 gründete Heiko Zemmler die Firma ZEMMLER Recycling und Aufbereitungstechnik in Großräschen mit dem Ziel, die Doppeltrommel­siebanlagen der Hersteller Vedbysonder Maskinfabrik und...

mehr