Minenerweiterung in Nordschweden

Im nordschwedischen Pajala wird nach langer Zeit wieder ein neues Bergwerk gebaut. Ruukki (Bild 1) liefert neben den Werkzeugmetallen zusätzlich eine große Aufbereitungshalle. In Kiruna wiederum wird das bestehende Bergwerk um eine neue Sohle in 1300 m Tiefe erweitert. Beide Produktionsstätten sollen im Jahre 2013 in Betrieb genommen werden. Der Grund für den „Goldrausch“ ist der weltweite Nachfrageboom nach Eisenerz.

 

Die Minentätigkeit in Kiruna begann vor über hundert Jahren und schon damals war bekannt, dass die Erzvorkommen unter bebautes Gebiet reichen. Man konnte sich allerdings nicht vorstellen, wie sehr der Abbau und die Nachfrage im 21. Jahrhundert zunehmen würden. Jetzt ist Kiruna dafür bekannt, dass die Stadt über den Erzvorkommen weichen muss. Teile des Stadtzentrums werden schrittweise an die ­Abhänge des Luossavaara verlegt; ein Teil der früheren Gebäude werden abgerissen und ein anderer Teil als Ganzes wegtransportiert. In den kommenden 30 Jahren werden 30 % der Einwohner davon betroffen sein. Auch an anderen Orten in Nordschweden herrscht Betriebsamkeit. Ehemalige Bergwerke werden wiedereröffnet und neue rasch geplant. Zum Beispiel 120 km östlicher, an der finnischen Grenze in Pajala baut das Unternehmen Northland Resources ein Eisenbergwerk, das Ende des kommenden Jahres in Betrieb gehen soll. Das gleiche Unternehmen klärt in Hannukainen in der finnischen Gemeinde Kolari die Rentabilität eines Bergwerks. Die LKAB, also Luossavaara-Kiiruna AB, begann einst von der Spitze des Kiirunavaara-Bergs und ist bisher um 1045 m eingedrungen. Von den größten Eisenerzproduzenten fördert nur LKAB unter Tage. In den Tunnels läuft die Arbeit automatisiert und ferngesteuert ab. Je tiefer gegraben wurde, umso besseres Erz wurde gefunden. Derzeit wird in einer Tiefe von rund 1000 m eine neue Sohle gebaut. Die Herausforderung ist nicht der Abbau. Die eigentliche Schwierigkeit ist der Transport des Erzes.

Die „Malmbanan“, die 500 km lange Erzbahn, die die Montanprodukte entweder in das norwegische Narvik oder zum Hafen Luulaja transportiert, war unumgänglich. Zwischen Svappavaara und Narvik am Polarmeer verkehren jeden Tag 10 bis 12 Erzzüge. Von Narvik aus geht das Erz in alle Welt. Zwischen Svappavaara und Luulaja verkehren ebenfalls täglich mindestens 5 lange Erzzüge. Insgesamt werden jeden Tag 1012 Waggons Erz transportiert. Wenn der Abbau im Jahre 2013 in Pajala aufgenommen wird, nimmt der Verkehr nach Narvik noch zu. Die Energieversorgung für den Betrieb der Bahn ist weitgehend autark. Die Route steigt erst auf die Fjälls an und dann geht es bergab. Abwärts lässt man den Zug frei laufen und die dabei produzierte Energie wird in die Oberleitung eingespeist, um sie dann auf dem Rückweg zu nutzen. Der Bedarf an Bahn- und Infrastruktur­lösungen wächst, wenn das Erz von Kaunisvaara nach Narvik transportiert wird.

 

Die Transporte verschleißen sowohl die Waggons als auch die Schienen. Das Transportgerät wird aus stabilem Stahl (Bild 2) hergestellt, der Schlägen, Verschleiß und Kälte standhält. Gleichzeitig soll mit kleineren Kraftstoffmengen die Transportkapazität erhöht werden. Der Produktleiter bei Ruukki Bogoljub Hrnjez (Bild 3) ist der Meinung, dass in der Montanindustrie eine neue Epoche angebrochen sei. „Die Lagerstätten sind begrenzt und der Abbau erfordert immer kompliziertere Lösungen, um auch weniger ertragreiche Stellen nutzen zu können“, sagt Hrnjez. „Gleichzeitig hat sich die Kostengrundlage des Abbaus dauerhaft geändert. Es wird immer wichtiger, dass keine teuren Produktionspausen entstehen, die Maschinen also zuverlässig arbeiten. Die Raex-Stähle von Ruukki entsprechen den modernen Anforderungen und gestatten einen preiswerten unterbrechungsfreien Betrieb“, meint Hrnjez. Im Herbst 2011 organisierte Hrnjez für die Partner von Ruukki eine Bergbauschulung und ein Teil der Kurse wurde einen Kilometer unter der Erde abgehalten. Die Bedingungen im Bergbau müssen bei den Produkten, zum Beispiel bei den Kabinen, berücksichtigt werden. „Die Bergwerkstunnel können eng sein, aber die Maschinen müssen mit der Kabine trotzdem hineinpassen. Ob im Tagebau oder unter Tage, die Kabine muss das Umkippen oder darauf fallende Steine aushalten. Deshalb ist Raex eine gute Wahl für den Rahmen der Kabine“, sagt Juho Koskinen, verantwortlicher Leiter für die Kabinen bei Ruukki.

 

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