Altlastenprojekt SAXONIA – eine Retrospektive

Autor: Dr. Rainer Mollée
Verlag: Saxonia Standortentwicklungs- und –verwaltungsgesellschaft mbH
Freiberg 2013
ISBN 978-3-934409-61-3 404 Seiten, 157Bilder, 88 Tabellen

Preis: 29,90 EUR

Altlasten im Sinne des Bundesbodenschutzgesetzes sind
 nicht erst seit der Zugehörigkeit der „Neuen Bundesländer“, darunter Sachsen, zur Bundesrepublik Deutschland ein Herd für Umweltschäden und -gefahren, aber in diesen Ländern traten sie Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts besonders deutlich zutage. Das betraf auch Sachsen mit seinem Berg- und Hüttenstandort in Freiberg und Umgebung. Es handelt sich um ein relativ großes Areal mit vier Hauptstandorten, das durch seine oft jahrhundertlange industrielle Nutzung eine Kontamination vor allem mit Arsen, Blei, Cadmium und Zink erfahren hat. Der Erfassung, Beurteilung und Sanierung sowie der damit verbundenen Nutzung durch Erschließung neuer Industriestandorte hat sich die Saxonia Standortentwicklungs- und –verwaltungsgesellschaft mbH Freiberg 20 Jahre lang gewidmet und dieses ökologische Großprojekt mit 55 Einzelobjekten als Rückblick auf seine Realisierung im vorgenannten Buch schriftlich fixiert.

Das Buch ist klar gegliedert und beginnt nach einem Vorwort zum Zweck des Buches und den Akteuren mit einer Altlasten-Begriffsbestimmung sowie den wirtschaftlichen, politischen, und juristischen Ausgangspunkten. Es schließt sich ein kurzes Kapitel zur Altlastensituation mit Erläuterungen zu den relevanten Gefahrstoffen und Umweltbelastungen an, gefolgt von den einzelnen Etappen der Projektrealisierung. Objektübergreifende Maßnahmen, die also mehrere oder sogar alle Objekte betreffen, sind im Kapitel „Querschnittsbereiche“ zusammengefasst. Der Hauptteil des Buches befasst sich mit den Hauptstandorten des Projektes – Bergbaustandort „Davidschacht“ Freiberg u.a. mit Spülhalden und Erzwäscheteich; Hütte Freiberg u.a. mit Absetzbecken (Neutralisationsschlämme und Schlämme aus der Nassgasreinigung der Zinnhütte) und Abbrandhalde; Standort Muldenhütten u.a. mit Arsenhütte, Schlacken- und Flugstaubdeponie, Rauchblöße (durch Hüttenrauch entwaldete Fläche) sowie Mülldeponie (Haus-, Gewerbe- und Industrieabfall); Standort Halsbrücke u.a. mit Schlackenhalden und Pochwerkshalde (Bauschutt, Schlacken, Ofenausbrüche). In einem weiteren Kapitel werden sonstige (kleinere) Standorte und ihre Sanierung behandelt wie z.B. Schlacken- und Berghalden um Freiberg, das „Sächsische Metallwerk in Freiberg mit Ölkontaminationen u.a.m. Schließlich ist ein Kapitel den für Freiberg typischen schwermetallhaltigen Erdstoffen und ihrer Verwendung für Sanierungsmaßnahmen gewidmet, bevor die Schlussbemerkungen mit einem Ausblick zu den Problemen der Altlasten folgen. Vervollständigt wird das Buch durch ein ausführliches Abkürzungs- und Fachbegriffsverzeichnis, einer Aufzählung der am Projekt beteiligten Firmen und den Bildnachweisen.

Das vorgelegte Buch ist in seiner Spezifik sicher insbesondere von unschätzbarem Wert für die Historie der Bergbauregion Freiberg und sogar der Montanregion Erzgebirge sowie durch die Beschreibung der Etappen der Projektrealisierung für das Sanierungsvorgehen in den neuen Bundesländern Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Aber es ist weitaus mehr: es bietet denen, die sich mit der Altlastenproblematik beschäftigen, mögliche Wege und Detailinformationen zur Vorgehensweise bei ähnlichen Projekten und kann sogar für Studierende des Bereiches Umweltschutz/Umwelttechnik als geeignetes Fachbuch oder Nachschlagwerk empfohlen werden.

 

Dr. Brigitte Hoffmann

Fachbüro Abfallberatung und Umweltschutz

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