Betriebsstart in der Grube Niederschlag im Erzgebirge

Nach etwa 40 Jahren Stillstand wurde in Deutschland Anfang November 2013 in Niederschlag bei Oberwiesental wieder ein Bergwerk eröffnet. Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspatwerke GmbH (EFS) startete nach rund drei Jahren Arbeiten zum Bergwerksaufschluss den Betrieb zur Gewinnung von Fluss- und Schwerspat. Pläne und abgeschlossene Erkundungsarbeiten dazu gab es schon zu DDR-Zeiten in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, die aber wegen der fehlenden Technologien und niedrigen Gehalte der Wertminerale nicht realisiert wurden. Die damals geschätzten Vorräte von über 3,5 Mio. t Rohspat wurden als „Reservelagerstätte“ eingestuft. Doch nunmehr, da die Preise auf den Rohstoffmärkten weltweit steigen (gegenwärtig 450 US$/t Fertigprodukt, vor 10 Jahren 150-160 US$), sind die Lagerstätten im Erzgebirge auch wegen der erfolgreichen technologischen Forschungen, die dazu erfolgten, für Bergbauunternehmen durchaus wieder interessant, zumal man sich dadurch eine gewisse Unabhängigkeit von entsprechenden Importen erhofft. „Wir wollen die Industrie auf einheimische Rohstoffe aufmerksam machen und zeigen, dass sich Bergbau in Deutschland wieder lohnt,“ äußerte sich Prof. Dr. rer. nat.Wolfgang Schilka, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens bei den Eröffnungsfeierlichkeiten. Bisher wurden rd. 25 Mio. € in das Bergwerk einschließlich der Aufbereitungsanlage investiert. Die EFS rechnet mit einer Laufzeit von 25 bis 30 Jahren, wobei im ersten Jahr die Produktion bei etwa 80 000 t liegen und in den weiteren Jahren auf rd. 135 000 t/a steigen soll. Dann wird Niederschlag mit etwa 35 Beschäftigten nach der Grube „Clara“ im Nordschwarzwald der zweite Spatproduzent in Deutschland sein. Eine Besonderheit des Bergwerkes ist, dass unter Tage in zwei Kavernen eine 65 m lange und 14 m hohe Aufbereitungsanlage (optische Sortierung und Luftstrahl-Siebung) zur Vorsortierung des Haufwerkes errichtet wurde. Dadurch wird es keine neuen Bergbauhalden in Niederschlag geben, der entstandene Abraum wird unter Tage zwischen gelagert und später zur Verfüllung der durch den Abbau entstandenen Hohlräume verwendet werden „Das macht insofern Sinn, als dass der Spatanteil bei 60-70 % liegt, also relativ wenig taubes Gestein anfällt,“ so der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Peter Koch. Die weitere Aufbereitung erfolgt in der Nickelhütte Aue GmbH, dem Hauptanteilseigner der EFS, bevor der aufbereitete Spat zum Verkauf an die Fluorchemie Dohna GmbH in Dohna bei Dresden zur Veredlung geht.

Ein ausführlicher Bericht in der AT Mineral Processing ist geplant.

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