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Bleimine Vesuv bei Freihung

Wie wäre es mit einem Besuch des Vesuvs? Gemeint ist nicht der Vesuv bei Neapel, sondern das vermutlich größte Bleierzvorkommen in Europa bei Freihung im nordöstlichen Oberpfälzer Bruchschollenland mit der 1864 verliehenen Grube „Vesuv“. Ein ausgeschilderter Wanderweg führt am eigentlich bergamtlich gesperrten historischen Bergbaugebiet entlang, wo nur noch wenige Reste der ehemaligen Aufbereitungsanlage existieren. 13 Wandertafeln informieren über die Geschichte der Bleigewinnung, die erstmals im Jahr 1427 urkundlich erwähnt wurde. Die Ursprünge sollen jedoch bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Nach mehreren Hauptperioden – z.B. ca. 1550 bis 1650 und ca. 1800 bis 1900 – ruht seit nunmehr fast 80 Jahren der Bergbau bei Freihung. Der letzte Schacht wurde in den 1940er Jahren als Versuchsschacht abgeteuft. Damit endeten die bergbaulichen Aktivitäten in diesem Gebiet. Interessant ist, dass die Hauptmineralien als Imprägnationen im Keuper-Sandstein gebundenen Cerussit (PbCo3 – Weißbleierz) und Pyromorphit (Pb5[(Cl/(PO4)3] – Grünbleierz) vorhanden sind.

Heute zeugen nur noch unbewachsene Halden, die wie Sanddünen am Meer wirken, und einige Reste einer Aufbereitung von dem über Jahrhunderte währenden Bergbau. Der Name Freihung geht wie viele Ortsnamen mit ähnlichem Ursprung (z.B. Freiberg oder Freital) auf die Freiheiten zurück, die die Landesherren den Bergbauorten zur Ankurbelung des Bergbaus verliehen haben.

Geschichte kann bewegend sein – besonders wenn man sich dabei bewegt.

Author: Uwe Bruder

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