Doublescreen-Duo von Sandvik sichert hohen Ausstoß

Seit über 100 Jahren baut das Familienunternehmen Lucht an wechselnden Standorten im Kreis Dithmarschen Sand und Kies ab. Mit bis zu 250 000 t/a ist Feinsand das Hauptprodukt des aktuellen Betriebes in Buchholz. In der Trockenaufbereitung kommen seit 2011 zwei raupenmobile Doppelsiebanlagen Sandvik QA340 mit angeschlossenen Haldenbändern zum Einsatz – geliefert und betreut vom Quickborner Sandvik-Partner Oppermann & Fuss (Bild 1).

1 Konzentrierte Produktpalette

Gut 13 ha offene Fläche umfasst das 1998 eröffnete Kieswerk Lucht in Buchholz heute (Bild 2). Der Abbau erfolgt per 5,0-m³-Radlader auf unterschiedlichen Ebenen – mit Wandhöhen bis 6 m erreicht die Grube eine Tiefe von 25 m. Zwei Radlader mit geeichter Wägeausrüstung arbeiten in Abbau, Umschlag und Verladung, assistiert von einem Kettenbagger, der vornehmlich in der Hangsicherung und Flächengestaltung zum Einsatz kommt. Jens Lucht und Seniorchef Reimer Lucht bilden den Personalstamm des Familienunternehmens, dessen Fortbestand bei 30 ha genehmigter Abbaufläche vor Ort und weiterer Reserven im Umland weit über die derzeitige 5. Generation hinaus gesichert ist.

Nur etwa 5 % beträgt der Steingehalt des regelmäßig und ohne nennenswerte organische Anteile anstehenden Materials. Entsprechend hat sich Lucht in der eigenen Produktion auf die wirtschaftliche Trockenaufbereitung spezialisiert. Hauptprodukte sind ungewaschene Sandkörnungen 0/2 bzw. 0/3, die hauptsächlich als Füllsand im Kreis Dithmarschen mit Lieferradien bis 25 km Absatz finden. Auch bei den Kiesanteilen verzichtet das Unternehmen auf eine weitere Veredelung: Als ungebrochener Straßenkies ergänzen die größeren Siebfraktionen die Lucht-Lieferpalette an Baustoffen, die durch zugekaufte und im Betrieb gelagerte Produkte (u. a. Frostschutz) komplettiert wird.

2 Hohe Auslastung

Leistungsfähige mobile Siebanlagen bestimmen seit langem die Aufbereitungstechnik im Kieswerk Lucht. Zunächst radmobile Einheiten, später die leichter versetzbaren Anlagen mit Raupenchassis, die im Kieswerk zudem ohne aufwändige Vorbereitung des Untergrunds positioniert werden können. Denn so überschaubar die siebspezifischen Anforderungen in Buchholz scheinen, so konsequent ist der Ganzjahres-Betrieb auf hohe Produktionsleistungen bei größtmöglicher Wirtschaftlichkeit ausgerichtet.

Mit Produktionsspitzen von 500 t/h in der Kiesabsiebung und durchschnittlich 350 t in der Sandproduktion gewährleisten dies heute gleich zwei Sandvik QA340 Doppelsiebanlagen (Bild 3). Nach der ersten Einheit 2011 übernahm Kieswerk Lucht Ende vergangenen Jahres die zweite Anlage wiederum vom Quickborner Sandvik-Händler Oppermann & Fuss. Laut Seniorchef Reimer Lucht gab insbesondere die patentierte Doublescreen-Technologie den Ausschlag, mit der sich das Siebverhalten der 27-Tonnen-Anlage exakt entlang der gegebenen Ausgangsqualität anpassen lässt.

„2005 haben wir die erste Doublescreen-Anlage angeschafft. Gerade im Sand überzeugen die beiden getrennten Siebkästen mit ihren separaten Antrieben durch eine hohe Beschleunigung des Siebguts. Je nach Beschaffenheit des Ausgangsmaterials können wir zudem den Winkel des ersten Siebkastens steil stellen und erreichen eine noch höhere Effizienz,“ erklärt Reimer Lucht (Bild 4). Jeweils knapp 5 x 1,5 m messen die Gesamt-Siebflächen auf Unter- und Oberdeck (Bild 5), deren Siebmedien sich durch hydrau­lisches Heben und Senken von Hauptförderband bzw. Feinkornaustrag leicht wechseln lassen. Als Standard arbeitet die Sandvik QA340 im Buchholzer Sand mit 40 mm-Quadratmasche oben und 3 mm-Harfensieb im Unterdeck. Beide Anlagen besitzen zudem ein Doppeldeck-Vibrationsrost (Stangenrost/80 mm-Quadrat) am max. 7 m³ fassenden Aufgeber (Bild 6), dessen Funktion aus dem Radlader heraus gesteuert wird. Derart ausgerüstet erreichen die Anlagen im Sand Durchschnittsleistungen von 350 t/h für die Fraktionen 0/2, 2/35 und 35/80.

Mit zwei beigestellten mobilen Haldenbändern „fängt“ Reimer Lucht diese hohen Produktionsleistungen auf: „Bei 350 t/h wird der kombinierte Beschickungs- und Haldenbetrieb mit einem einzelnen Radlader einfach unwirtschaftlich, zu schnell läuft das Sieb leer.“ Bis zu 10 000 t für das Endprodukt 0/2 beträgt deshalb die Haldenreserve, die mit den passend in Sandvik-Hausfarben lackierten 24 m-Haldenbändern (Austragshöhe 10 m) eines Dritt-Lieferanten am sechs Meter hohen Bermenrand erreicht wird. „Rechne ich zusätzlich die 5 l/h Verbrauch des Haldenbands gegen die gut 20 l/h des Radladers, fahre ich die Siebanlage deutlich günstiger.“

Auch die Verbrauchswerte seiner Sandvik QA340 überblickt Reimer Lucht: Im langfristigen Schnitt benötigen beide 75 kW-starken Anlagen etwa 15 l/h. Innerhalb des Betriebes arbeitet eine Anlage annähernd „stationär“ mit vielleicht zwei Standortwechseln pro Jahr – die zweite Einheit folgt häufiger dem Abbau oder wird nach kurzer Umrüstung zur Produktion definierter Kieskörnungen eingesetzt.

3 Bewährte Partnerschaft

Bei rund 200 000 bis 250 000 t Jahresproduktion ist der exklusive Einsatz der Sandvik-Aufbereitungstechnologie auch ein Vertrauensbeweis für den zuständigen Händler und Servicepartner Oppermann & Fuss im rund 80 km entfernten Quickborn. Seit etwa fünf Jahren währt die Partnerschaft, die laut Reimer Lucht vor auch allem auf der hohen Flexibilität im Kundendienst und in der Teileversorgung beruht (Bild 7). Bei Regelwartungen und größeren Instandsetzungen greift man auf den mobilen OF-Service zurück, für kleinere Arbeiten hat Lucht jeder QA340 einen gut sortierten Werkstatt-Container in Sandvik-Farben mit allen notwendigen Kleinteilen, Betriebsstoffen und Werkzeugen beigestellt.

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