Faszinierende Partikeltechnologie

Kleine Dinge sind das große Thema vom 23.-25.04.2013 im Messezentrum Nürnberg. PARTEC, einer der größten internationalen Kongresse rund um die Partikeltechnologie, findet parallel zur POWTECH statt, der weltweit ­führenden Fachmesse für mechanische Verfahrenstechnik, und zur TechnoPharm, der internationalen Fachmesse für Life Science Prozesstechnologien. Zu der alle drei Jahre ­stattfindenden Veranstaltung werden ca. 500 Partikel-­Experten aus aller Welt erwartet. Etwa 180 Vorträge und 190 Poster aus Industrie, Wissenschaft und Forschung ­widmen sich der Entwicklung revolutionärer Rohstoffe für die Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Baustoffindustrie.

Im Vorfeld zur PARTEC spricht der Kongressleiter Prof. Jonathan P. K. Seville (Bild 1) von der University of Surrey/ Großbritannien, über die Faszination der Partikeltechnologie und die Highlights der PARTEC.

AT International: Wie verändert die Partikeltechnologie unser tägliches Leben?

Prof. Seville: Ein sehr großer Teil der Produkte, mit denen wir im Alltag zu tun haben, wird entweder selbst in ­Partikelform verkauft – Pharmaprodukte, Waschmittel, ­Lebensmittel, Baustoffe – oder setzt bei der Herstellung den Einsatz von Partikeln voraus, z.B. als Katalysatoren oder als Bestandteile von elektronischen Bauteilen und Sensoren. Darüber hinaus begegnen wir Partikeln ständig in unserer natürlichen oder vom Menschen geschaffenen Umwelt: als Aerosole in der Luft, die wir atmen, und als Bodenstoffe in der Erde, die wir bewirtschaften und auf der wir bauen.

AT International: In welchem Verhältnis stehen Partikelwissenschaft und Nanowissenschaft zueinander?

Prof. Seville: Den Partikeltechnologieforscher und den Molekularwissenschaftler fasziniert das Gleiche: jener interessante Größenbereich zwischen großen Molekülen und kleinen Partikeln - der „Nanobereich”,  in dem ungewöhnliche Eigenschaften auftreten. Natürlich blicken Chemiker und Ingenieure aus unterschiedlichen Perspektiven auf diesen Bereich und sind darum zwangsläufig verschiedener Meinung über das, was sie sehen. Diese Spannung ist aber produktiv und bringt neue Ansätze und Produkte hervor.

AT International: Welche Bedeutung hat der PARTEC Kongress für Wissenschaft und Industrie?

Prof. Seville: PARTEC zieht einen sehr breiten Mix von Teilnehmern an, die sowohl aus der Forschung als auch aus der Industrie stammen. Alle kommen am selben Ort zusammen – inmitten dieser riesigen Ausstellung mit partikelbezogener Anlagentechnik, die die Forscher wieder daran erinnert, wie groß und wichtig dieses Geschäftsfeld ist! Traditionell gibt es auf der Konferenz auch immer reichlich Pausen und Poster-Präsentationen (Bild 2), um den Teilnehmern Gelegenheit zur Interaktion zu geben. Es ist so ziemlich die beste Konferenz, die ich kenne, um Leute zu treffen. Junge Forscher sind besonders gern gesehen und nehmen gewöhnlich auch in großer Zahl teil; das macht diese Konferenz sehr lebendig.

AT International: Was sind die Highlights des diesjährigen PARTEC Programms?

Prof. Seville: Eine der faszinierenden Eigenschaften der Partikeltechnik ist die Vielzahl der Bereiche, die sie berührt. So wird es Vortragssitzungen geben, die die verschiedensten Bereiche behandeln: die Herstellung von Partikeln auf vielen unterschiedlichen Wegen, die Messung der Eigenschaften von Partikeln, die Physik der Interaktion zwischen mehreren Partikeln untereinander, die Interaktion von Partikeln mit Flüssigkeiten, die Strömung von Partikeln, die Agglomeration und Zerkleinerung von Partikeln sowie die Herstellung und Prüfung von Produkten. Zu diesen und weiteren Themen wird an den Hochschulen und in der Industrie kontinuierlich und sehr intensiv geforscht. Bei der PARTEC möchten wir insbesondere zeigen, wie Grundlagenarbeit zu echten Ergebnissen in der Industrie und zu innovativen Produkten führen kann. Mehrere Sitzungen sind entsprechenden Beispielen gewidmet. 

AT International: Sie haben die PARTEC Leitung von Prof. Wolfgang Peukert übernommen. Planen Sie Änderungen für den Kongress?

Prof. Seville: Ich war hocherfreut, als man mir die Leitung der diesjährigen PARTEC angeboten hat. Das grundsätzliche Format funktioniert richtig gut, und daran haben wir auch nichts geändert. Die Palette der Beiträge ist noch internationaler geworden und spiegelt so den globalen Charakter dieses Bereichs in Forschung und Wirtschaft wider. Vor allem aber wird die Veranstaltung wieder so unterhaltsam und informativ sein wie immer!

www.partec.info

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