Siemens präsentiert Circular Pelletizing Technology

Siemens Metals Technologies hat eine neue Generation von Pelletieranlagen mit einer kreisförmigen Brennmaschine als Herzstück entwickelt. Das unter dem Namen Circular Pelletizing Technology (CPT) angebotene Anlagenkonzept zeichnet sich durch einen besonders kompakten Grundriss aus und ist in Leichtbauweise realisierbar. Diese Eigenschaften erlauben eine schnelle, kostengünstige Errichtung der Pelettieranlage – sowohl auf dem Gelände eines Bergbaubetriebs als auch in einem bestehenden Hüttenwerk. Je nach Ausführung liegt die Produktionskapazität dieser Anlage zwischen 800 000 und 3 Mio. t Pellets pro Jahr. Die Beschaffenheit der Pellets kann flexibel an die jeweiligen Anforderungen des Betreibers angepasst werden.

Aufgrund des stetig steigenden Anteils an feinen und ultrafeinen Fraktionen gewinnt der Pelletierprozess zum Agglomerieren von Eisenerzen immer mehr an Bedeutung. Auch für Stahlwerksbetreiber wird es zunehmend attraktiver in die Errichtung eigener Pelletieranlagen zu investieren, um von den steigenden Weltmarktpreisen für Pellets unabhängig zu werden. Bislang konnten konventionelle Pelletieranlagen aufgrund des großen Platzbedarfs und der hohen Investitionskosten nur schwer in ein bestehendes Stahlwerk integriert werden.

Als Antwort auf diese Herausforderungen hat Siemens das Pelletierverfahren Circular Pelletizing Technology (CPT) entwickelt, welches gleichzeitig auch die für Neuanlagen erforderlichen Kapitalaufwendungen reduziert. Das neue Anlagenkonzept basiert auf dem bewährten Wanderrostverfahren. Dabei reduziert die kreisförmig ausgeführte Brennmaschine den Flächenbedarf der Pelletieranlage erheblich: Die Gesamtfläche einer CPT-Anlage ist nur etwa halb so groß wie der einer konventionellen Pelletieranlage. Die Kosten für Bauarbeiten, Ausrüstungen und Stahlkonstruktionen sind dementsprechend geringer und die Errichtung der Anlage kann wesentlich schneller erfolgen. Die kreisförmige Gestaltung der Brennmaschine bringt zudem eine effizientere Ausnutzung der installierten Ausrüstungen mit sich, da sich im Vergleich zur konventionellen geraden Brennmaschine mit derselben Leistung immer doppelt so viele Rostwagen innerhalb des Ofens befinden.

Die Anlage ist so konzipiert, dass die entstehenden heißen Gase rückgeführt und ihr Energiegehalt im Prozess weitestgehend ausgenutzt werden kann. Dies minimiert den Gesamt­energiebedarf für das Pelletieren. In Kombination mit Kreisläufen für die vollständige Rückführung von Abfallstoffen und der Nutzung von Stahlwerksreststoffen lässt sich so die Umweltbelastung deutlich reduzieren. Die Errichtung einer CPT-Anlage innerhalb eines Stahlwerks garantiert nicht nur die Unabhängigkeit von schwankenden Preisen auf dem Pelletmarkt, sondern ermöglicht auch die chemischen Eigenschaften und die Qualität der Pellets flexibel an die Anforderungen von Hochöfen oder Direktreduktionsanlagen anzupassen.

Die weltweit erste CPT-Anlage wird derzeit im indischen Bundesstaat Orissa errichtet (Bild). Der Platzbedarf für die gesamte Anlage – von der Rohmaterialdosierung über die eigentliche Pelletierung bis zur Prozessgasreinigung – beträgt weniger als zwei Hektar. Darin enthalten ist auch eine Anlage zur Kohlevergasung für die Erzeugung vom Brenngas. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2013 geplant. Dann sollen jährlich 1,2 Mio. t Pellets für die indische Eisen- und Stahlindustrie Indiens erzeugt werden.

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