steinexpo 2014 – Die „heiße Phase“ wird eingeleitet

245 Aussteller mit 315 Marken. So lauteten im Juni die Eckdaten der Bestandsaufnahme zur steinexpo vom 03.-06.09.2014. Im Stichtagsvergleich zur Vorveranstaltung entspricht das einem Zuwachs von 15 %. Viel mehr gibt das für die Messe verfügbare Gelände nun auch nicht mehr her. Nur einige wenige Restflächen sind noch zu haben; dann heißt es „ausgebucht!“ für die steinexpo als größte Demonstrationsmesse der Roh- und Baustoffindustrie auf dem europäischen Festland.

Damit die Fachbesucher die Wege zwischen den auf verschiedenen Steinbruchsohlen angelegten Ausstellungsflächen B und C schneller zurücklegen können, haben sich die Macher der steinexpo ein besonderes Highlight ausgedacht. Erstmals wird zur steinexpo 2014 ein 30 m hoher Personenaufzug zwei Sohlen des Basaltsteinbruchs in Nieder-Ofleiden miteinander verbinden (Bild 1). Pro Fahrt können jeweils sieben Personen 25 Sekunden lang einen einzigartigen Rundblick über weite Teile des Messegeländes genießen.

Für die Errichtung der Aufzuganlage inklusive Peripherie erteilte die zuständige Bergbehörde eine Sondergenehmigung. Die eigentliche Installation übernimmt das Kompetenz-Center Aufzüge der Zeppelin Rental GmbH & Co. KG. Die Fachleute stellen sich damit einer anspruchsvollen Aufgabe. Da die Wand nicht komplett senkrecht steht, sondern eine steinbruchtypische Neigung aufweist, ist zuerst ein aufwändiger Spezialgerüstbau erforderlich. Der Übergang vom Aufzug zur oberen Steinbruch­ebene stellt eine weitere Herausforderung dar. Eine stabile Verankerung der Gesamteinheit in der Steinbruchwand sorgt für die notwendige Sicherheit. Fest steht, dass der Steilaufzug im Messe-Steinbruch ganz sicher nicht zu übersehen ist. Dafür ist nicht nur seine Größe verantwortlich, sondern auch die Tatsache, dass sich das dafür errichtete Gerüst als Werbeträger für Aussteller geradezu empfiehlt.

Für die steinexpo 2014 stehen im MHI-Messesteinbruch Nieder-Ofleiden in diesem Jahr 180 000 m² Bruttofläche zur Verfügung. Wie jedes erfolgreiche Großereignis, hat die Demonstrationsmesse mittlerweile ein gewisses Eigenleben entwickelt und die Dynamik dieses Eigenlebens verlangt nach stetiger Pflege, um zu wachsen. „Wachstumshelfer“ sind vor allem Messechef Dr. Friedhelm Rese, der gemeinsam mit Prokuristin Andrea Friedrich für die richtigen Impulse zur richtigen Zeit sorgt. Der Messechef stand dem Hessischen Rundfunk in einem Interview Rede und Antwort, wie er die Messe-Punktlandung für die Herausforderung steinexpo alle drei Jahre auf’s Neue schafft (Bild 2).

hr: Herr Dr. Rese, wie entwickeln sich die Vorbereitungsarbeiten für die Messe?

Dr. Friedhelm Rese: Wir sind bei allen Arbeiten voll im Plan. Unser Planungsteam unter der Leitung von Prof. Hossein Tudeshki und Thomas Hardebusch von der TU Clausthal bringt die Arbeiten routiniert voran und liefert auch den nötigen Support bei Ausstelleranfragen zur Maschinenaufstellung und -demonstration. Wie üblich wird uns außerdem von der MHI als Steinbruchbetreiber viel Unterstützung zuteil. Hier ist besonders die gute Zusammenarbeit mit dem Technischen Geschäftsführer Dirk Menninger und dem Werksleiter Dieter Weber hervorzuheben.

hr: Auf welche Besonderheiten freuen Sie sich diesmal am meisten?

Dr. Friedhelm Rese: Generell freut sich unser Team am meisten über Bestwerte bei der Aussteller- und Besucherzufriedenheit und wir arbeiten konzentriert daran, das auch diesmal zu erreichen. Interessant ist die gewachsene Anzahl an Neuausstellern national und international. Wir sind sehr gespannt, wie deren Resümee der Teilnahmepremiere ausfallen wird. Eindrucksvoll dürfte sich außerdem der Steilaufzug zwischen den Steinbruchsohlen B und C darstellen. Für die Messe an sich ist das zwar eine Fußnote, für die Besucher allerdings auch ein deutlicher Zeitgewinn, der wiederum den Ausstellern in der Frequenz zugute kommt. Im Übrigen spüren wir jetzt auch immer deutlicher durch diverse Anfragen, dass die Aussteller ganz hervorragende Demonstrationen planen, um ihre bisherigen Präsentationen nochmals zu toppen. Neben den in Deutschland in der Mehrheit üblichen Maschinengrößen sind auch einige Baumaschinengiganten am Start, die nicht alle Tage zu erleben sind.

hr: Sie versprechen diesmal auch den Pavillon-Ausstellern ein Mehr an mittendrin. Wie soll das funktionieren?

Dr. Friedhelm Rese: Unser neues Pavillonkonzept mit einer Standaufplanung, die dieses Konzept begünstigt und lebendigere Präsentationen ermöglicht, soll das eher „statische“ Angebot von Zubehörlieferanten und Dienstleistern stärker in das lebendige Messeumfeld einbinden (Bild 3). Die Seitenwände lassen sich bei Bedarf leicht öffnen und Öffnung erzeugt auch eine stärkere Sogwirkung bei den Besuchern. Am Ende werden auch die betreffenden Aussteller diesen Sog noch geschickt verstärken.

hr: Die Gesteinsbranche will, wie viele andere auch, ganz gezielt Nachwuchskräfte ansprechen. Gibt es hier spezielle Angebote auch von Messeseite?

Dr. Friedhelm Rese: Die Faszination unserer Messe nicht zu nutzen, um gezielt junge Leute anzusprechen, wäre geradezu töricht. Über unsere Partner beim VDMA und dem Bundesverband Mineralische Rohstoffe MIRO haben wir bereits zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Ganze Berufsschulklassen werden die Messe besuchen, Jugendreporter sollen auf  Think Big über ihren Messebesuch berichten und erstmals hat die steinexpo auch eine eigene Facebook-Seite (www.facebook.de/steinexpo) installiert, auf der sich die Frequenz zusehends steigert. Kurz gesagt tun wir im Netzwerk der steinexpo-Partner alles, um unsere gesamte Branche für junge Leute so attraktiv darzustellen, wie sie ist und das Schaufel-und-Hammer-Image durch das viel richtigere Bild eines mobbingfreien, interessanten und modernen Arbeitsumfeldes zu ersetzen.

hr: Parallel zur Messe finden erneut die Endläufe der Truck Trial-Europameisterschaften auf der Abraumsohle des Steinbruchs statt. Ist das mittlerweile eine feste Allianz?

Dr. Friedhelm Rese: So ist es auch. 2008 als Versuchsballon gestartet, hat sich das Zusammenspiel beider Angebote hervorragend bewährt. Viele Messebesucher interessieren sich dafür, was die nervenstarken Akteure in ihren Sondergefährten so absolvieren und umgekehrt gilt das auch für die Messe. Es geht noch weiter: Manche Aussteller sind auch aktive Truck-Trialer, wie das HS Schoch-Siegerteam von 2013. Am Anfang waren die Fahrer für mich einfach nur Verrückte. Mittlerweile weiß ich, es sind einfach besonders nervenstarke, kernige Persönlichkeiten, die ganz genau in das Umfeld einer steinexpo passen, da letztlich die gesamte Branche ebenfalls ihre Nervenstärke beständig unter Beweis stellen muss (Bild 4).

www.steinexpo.de

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