Freie Fahrt für ICE

Am 16.11.2009 erfolgte die Übergabe des erneuerten Streckenabschnitts zwischen Fürstenberg und Dannen-walde der Bahnstrecke Berlin-Rostock. CEMEX Kies & Splitt GmbH, eine Tochtergesellschaft der CEMEX Deutsch-land AG, lieferte dafür im Auftrag der ausführenden Unternehmensgruppe SPITZKE AG rund 50 000 t mineralischer Rohstoffe. Gleichzeitig sorgte sie für die ordnungsgemäße Entsorgung des nicht tragfähigen Gleisunterbaus.

 

Voraussichtlich noch bis 2015 baut die Deutsche Bahn die über 200 km lange, zweigleisige Bahnstrecke Berlin-Rostock für die Zuggeschwindigkeit bis 160 km/h aus. Die Fahrzeit soll sich auf weniger als zwei Stunden reduzieren. Im Auftrag der Deutsche Bahn AG realisierte die SPITZKE AG seit Dezember 2008 ein umfangreiches Leistungspaket. Haupt-bestandteil der Streckenertüchtigung war die Gleiserneue-rung auf beiden Fahrtrichtungen mit je einer Länge von 13,6 km zwischen Dannenwalde und Fürstenberg. Des Weiteren wurden zwei Brücken saniert sowie zwei Bahn-übergänge und der Bahnsteig am Haltepunkt Dannenwalde erneuert. Die SPITZKE AG betraute die CEMEX Kies & Splitt GmbH mit der Bereitstellung und Entsorgung von insgesamt 150 000 t mineralischen Baumassen für die Gleis-erneuerung, hier im Speziellen für den Einbau einer neuen Planumsschutzschicht und die Entsorgung von nicht tragfähigem Gleisunterbau. Geliefert wurden die Baustoffe vom CEMEX-Kieswerk Kraatz im brandenburgischen Landkreis Oberhavel. Die Entsorgung der Altmassen erfolgte in Zu-sammenarbeit mit ansässigen Entsorgungsfachbetrieben.

 

Die unter dem Schotterbett vorhandene Schicht genügte den neuen Streckenanforderungen (160 km/h) nicht mehr. Sie wurde ausgebaut und durch eine tragfähige Planumsschutzschicht (PSS) ersetzt, die nach den hohen Anforderungen der DB AG entsprechend deren TL 918 062 im Kieswerk Kraatz produziert wurde (Korngemisch 1 und 2). CEMEX Kies & Splitt legte einen besonderen Fokus auf die regelmäßige Güteüber-wachung der Materialien, um die anspruchsvollen Kunden-anforderungen zu erfüllen. Das Planum ist eine mit Neigung hergestellte Oberfläche, welche den Gleisoberbau trägt. Die PSS ist die Tragschicht zwischen dem Erdplanum und dem Schotterbett. Sie wirkt zum einen lastverteilend, zum anderen dient sie der seitlichen Ableitung des Oberflächen-wassers.

 

Die Bausausführung erfolgte mit der speziellen Gleisbau-maschine RPM-RS-900 der Firma SPITZKE, die auch Katharina die Große genannt wird (Bild 1). Die Maschine ist knapp 200 m lang und vereint in sich mehrere Arbeitsweisen, die bisher nur getrennt ausgeführt werden konnten: das Rei-nigen und Recyceln des Schotters und die Verbesserung oder Erneuerung der PSS. Jeweils davor und dahinter befinden sich MFS-Wagen, die die Altmaterialien abtransportieren bzw. die neuen Materialien anliefern. Die Aushubmaschine ist das Kernstück dieses riesigen Gerätes. Sie hebt die Schie-nen mitsamt den Schwellen an. Mittels zweier Ketten werden der Gleisschotter und dann die alte Tragschicht unter den Gleisen hervorgeschoben und mit einem Transportband entfernt. Der Schotter wird dann gereinigt und die alte Trag-schicht erneuert. Über weitere Fließbänder werden die Materialien für die neue PSS auf das Erdplanum geschüttet und festgewalzt (Bild 2). Im Anschluss werden Gleise und Schwellen wieder abgesetzt, der gereinigte Schotter hinzu-gefügt und mit einem Stopfaggregat verdichtet. Die mehrere Millionen € teure Gleisbaumaschine ist rund um die Uhr im Einsatz, damit sie wirtschaftlich betrieben werden kann. Innerhalb einer Stunde schaffen die etwa 30 Mann, welche die Maschine bedienen, bis zu 150 Gleismeter (Bild 3).

 

Für CEMEX bedeutete der Auftrag eine hohe logistische Herausforderung: Die produzierten Materialien wurden stets in ausreichender Menge bereitgehalten, damit sie auf Abruf per Lkw zu den jeweiligen Lagerplätzen der Streckenabschnit-te transportiert werden konnten. Von da aus übernahm die knapp 200 m lange RPM-RS-900 das Material, um es in-nerhalb des Gleiskörpers zu verbauen. Auf dem Rückweg transportierte die Maschine ausgebaute Altmassen von bis zu 5 000 t pro Tag zum Lagerplatz. CEMEX Kies & Splitt führte sie anschließend einer fachgerechten Entsorgung zu. An manchen Tagen waren hierfür bis zu 30 Lkw gleichzeitig im Einsatz.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2011-03

CEMEX übernimmt Kieswerk in Willich

Seit 01.01.2011 gehört der Standort Willich-Hardt zur CEMEX Kies & Splitt GmbH. Das Kieswerk bei Düsseldorf produziert Rheinsande und Rheinkiese in unterschiedlichen Korngrößen (Bild). Die...

mehr

Sicher mit System

Nach einer freiwilligen Arbeitssicherheitsprüfung erhält die Region Mineralische Rohstoffe NRW der CEMEX Kies & Splitt GmbH die Sicherheitszertifizierung der Berufs­genossenschaft RCI. Die CEMEX...

mehr
Ausgabe 2017-11

CEMEX investiert im Steinbruch Piesberg

R?und 5,5 Mio. € hat CEMEX seit 2015 in den Neubau der Vorbrechanlage und in umweltfreundlichere Fördertechnik investiert. Zur offiziellen Einweihung am 5. Mai 2017 präsentierte die CEMEX Kies &...

mehr
Ausgabe 2010-11

Erfolgreiche Rekultivierung ausgezeichnet

Den „Rekultivierungspreis 2010“ er­hielt die Kies- und Sandwerk Klocksin GmbH & Co. KG. Im ausgezeichneten Tagebau Jabel Nordost wurden seit Anfang der 1990er Jahre Sande und Kiessande über und im...

mehr

Erfolgreiche Rekultivierung ausgezeichnet

Den „Rekultivierungspreis 2010“ er­hielt die Kies- und Sandwerk Klocksin GmbH & Co. KG. Im ausgezeichneten Tagebau Jabel Nordost wurden seit Anfang der 1990er Jahre Sande und Kiessande über und im...

mehr