Ressourcen für die Zukunft

5. Symposium Rohstoffeffizienz und Rohstoffinnovationen

Der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen ist eine der wesentlichen Aufgaben der Zukunft. Verfügbarkeitsengpässe und volatile Rohstoffpreise erfordern deutliche Innovationen im Rohstoffbereich und machen die notwendigen Verfahren zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Ein wesentliches Ziel muss sein, die Ressourceneffizienz deutlich zu steigern und die Wertschöpfung der daraus hergestellten Produkte, aber auch der Vorprodukte zu optimieren.

Das Symposium wird vom 9. bis 10. Mai 2019 am Fraunhofer ICT in Pfinztal bei Karlsruhe unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Teipel, Technische Hochschule Nürnberg und Fraunhofer ICT und Rainer Schweppe, Umwelt Engineering, Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT stattfinden. Die Schirmherrschaft für das Symposium hat Minister Franz Untersteller MdL, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Baden-Württemberg übernommen.

Auf dem Symposium sollen Maßnahmen zur Ressourceneffizienz und branchen- und materialabhängige Strategien und Technologien vorgestellt und diskutiert werden. Neben den Rohstoffen für die Eisen- und Stahlproduktion sowie den Nichteisenmetallen bilden vor allem die Industrieminerale Kali- und Steinsalze und die Steine und Erden einen Schwerpunkt. Dabei stehen Maßnahmen zur Rohstoffsicherung, Recycling und Sekundärrohstoffe, neue Aufbereitungstechnologien und Umweltschutzmaßnahmen im Fokus. Das Symposium soll insbesondere zum wissenschaftlich technischen Austausch rund um das Thema Rohstoffeffizienz und Ressourcenoptimierung beitragen und Personen aus der Industrie, der Politik und Gesellschaft, aus Forschung und Entwicklung und der Anwendung rund um die „Rohstoffe“ zusammenbringen. Es stellt eine Kommunikations- und Diskussionsplattform für Partner aus den verschiedensten Rohstoffbereichen dar. Technologietrends sollen ebenso wie eingeführte Technologien, Fördermöglichkeiten und wirtschaftliche Perspektiven für innovative Produkte oder Prozesse vorgestellt und diskutiert werden.

Das Tagungsprogramm umfasst folgende Themenschwerpunkte:

Metallische Rohstoffe

Seltene Erden

Industrieminerale (Kali und Steinsalze)

Mineralische Rohstoffe

Baurohstoffe, Steine und Erden

Rohstoffe für die Papierindustrie

Nachwachsende Rohstoffe

Biogene Rohstoffe

Sekundärrohstoffe (Recycling)

Aufbereitungstechnologien

Zerkleinerungstechnik

Recycling- und Trenntechnik

Umweltschutz, Klärschlamm

Identifizierungstechnologien

Prozessintensivierung

Ressourceneffiziente Produktion

Ressourcenoptimierung, Produktverantwortung

Rohstoffsicherung, Nachhaltigkeitsentwicklungen

Entwicklung der Rohstoffmärkte

An der TH Nürnberg hatte die Chefredakteurin der AT MINERAL PROCESSING Dr. Petra Strunk die Gelegenheit, mit Prof. Ulrich Teipel über die Schwerpunkte und die Highlights des bevorstehenden Symposiums zu sprechen.

AT: Was ist das Besondere an diesem Symposium?

Prof. Ulrich Teipel: Im Gegensatz zu anderen Tagungen und Konferenzen stehen hier die jungen Wissenschaftler im Vordergrund. Sie stellen ihre Doktorarbeiten vor oder berichten über ihre Forschungsprojekte. Uns geht es weniger um politische Themen oder Berichte aus dem Bereich primär Rohstoffe. Aber natürlich zielen die Vorträge trotzdem auf praktische Relevanz und Umsetzbarkeit ab. Um die Hemmschwelle nicht zu hoch zu legen, ist auch die Tagungssprache deutsch.

AT: Unter den Teilnehmern sind aber nicht ausschließlich Institutsangehörige?

Prof. Ulrich Teipel: Nein wir wenden uns an alle, die im Sekundarrohstoffbereich unterwegs sind – Fachleute aus der Industrie, Wissenschaftler und Mitarbeiter aus Behörden. Der Austausch zwischen den Teilnehmern ist uns sehr wichtig. Und zum Austausch wird es reichlich Gelegenheit geben: in den Pausen und bei der Abendveranstaltung.

AT: Was werden die großen Themenschwerpunkte sein?

Prof. Ulrich Teipel: Ich denke da an Vorträge zu CFK Materialien, an stoffliche Beiträge wie z.B. das Recycling von Vanadium oder Gips, an neue Entwicklung im Sortierbereich sowie auch an Themen zum Recycling von Kraftwerks- oder Stahlstäuben. Und natürlich haben wir wieder eine Reihe von Übersichtsvorträgen zum Thema Ressourceneffizienz – was ist der Stand der Dinge, welche positiven und welche negativen Entwicklungen gibt es?

AT: In der Tagungsankündigung taucht das Wort Innovation auf – gibt es diese noch in großem Umfang?

Prof. Ulrich Teipel: Ich denke schon, dabei spreche ich jetzt vor allem für den Sekundärrohstoffbereich. Viele Rohstoffe kommen zu uns ins Land, für die uns die Primärquelle fehlt. An diese Stoffe kann man nur über das Recycling gelangen. Über das Recycling und eine kluge Produktgestaltung können daraus wieder neue, hochwertige Dinge hergestellt werden – das ist richtig innovativ!

AT: Wenn Sie auf die letzten 10 bis 20 Jahre zurückschauen, was hat sich verändert?

Prof. Ulrich Teipel: Auf jeden Fall hat die Materialvielfalt zugenommen. Handys, Fotovoltaik, Elektroschrott – das war vor 20 Jahren noch kaum ein Thema oder die Vielfalt der CFK-Materialien, die in der Automobilindustrie oder im Flugzeugbau eingesetzt werden. Das Deponiethema hat sich grundlegend verändert. Zum Teil stehen wir mit der Wiederaufbereitung bestimmter Materialien noch am Anfang. Diese Themen sind für die Sekundärrohstoffwirtschaft zukunftsweisend.

AT: Vielen Dank für die interessanten Einblicke.

ulrich.teipel@th-nuernberg.de

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