AUMUND

Beste Gurttechnologie

Die mechanischen Anforderungen von Stahlseilfördergurten für Becherwerke unterscheiden sich grundlegend von denen für Gurtförderer. Hohe Zug- sowie Ausreißfestigkeiten bei kleinen Seildurchmessern sind genauso entscheidend wie ein guter Geradeauslauf und eine hohe Temperaturbeständigkeit, wenn heiße Schüttgüter gefördert werden müssen. In über 30 Jahren hat AUMUND die Gurtbecherwerkstechnologie kontinuierlich weiterentwickelt und bietet heute weltweit die stärksten und leistungsfähigsten Lösungen für die vertikale Förderung von Schüttgütern an (Bild 1). Die von AUMUND geprägten Standards haben sich in der Praxis tausendfach bewährt.

Über 170 m Förderhöhe, Förderleistung von 650 t Rohmehl pro Stunde, 24 Stunden Betriebsdauer an 7 Tagen der Woche –dies entspricht einer täglichen Förderleistung von 15 600 t. Das sind die Leistungsdaten eines Becherwerks, welches im größten und modernsten Zementwerk Indiens in Himachal Pradesch steht und zur Ambuja Cement Gruppe gehört. Aufgrund einer Umbaumaßnahme von AUMUND wurde im Jahr 2013 ein ehemals vorhandenes Becherwerk durch ein leistungsstarkes AUMUND Gurtbecherwerk ersetzt.

Worin liegt die Herausforderung?

Ein Becherwerksgurt muss eine hohe Zugfestigkeit, ein niedriges Eigengewicht und eine geringe Dehnung vorweisen. Gleichzeitig wird ein guter Geradeauslauf verlangt, der neben dem speziellen Produktionsprozess vor allem durch eine hohe Quersteifigkeit des Gurtes erreicht wird. Der Becherwerksgurt muss optimal auf die Anbauteile wie Becher, Gummidichtleisten und Endlosverbindungen abgestimmt sein, um so auch nach vielen Jahren und täglichem Einsatz ein zuverlässiges Gesamtsystem zu bilden. All dies gewährleistet die spezielle Karkassen-Konstruktion der AUMUND Becherwerksgurte in Kombination mit dem AUMUND Becherbefestigungssystem.

In engen Abständen angeordnete hochfeste Stahlseile wirken als durchgehende Zugträger. Sie ermöglichen Gurtfestigkeiten von bis 4200 N/mm. Sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite der Zugträger verstärken Stahlseilquerarmierungen den Gurt (Bild 2). Im Gegensatz zu textilen Einlagen liegt der Vorteil der Verstärkung mit querliegenden Stahlseilen in der höheren Haftung des Gummis. Diese höhere Haftung stellt auch unter Temperatureinfluss eine dauerhafte Verbindung der einzelnen Gurtlagen sicher.

Gleichzeitig sorgt die Stahlseilquerarmierung für eine hohe Ausreißfestigkeit und einen Schlitzschutz der Becherbefestigung, so dass ausschließlich Tellerschrauben zur Befestigung der Becher eingesetzt werden können. Die speziell von AUMUND entwickelten Tellerschrauben unterscheiden sich hinsichtlich üblicher DIN Tellerschrauben deutlich und sind für eine längere Gurtstandzeit und höhere Belastbarkeit konzipiert. Weitere Anbauteile zur Erhöhung der Klemmkraft an der Becherbefestigung sind somit nicht notwendig. Dadurch läuft der Gurt sehr ruhig und abriebsarm über die Antriebstrommel. Es müssen nur geringe Totlasten transportiert werden.

Aufgrund der hier genannten Vorteile und der kreuzweisen Stahlseilarmierung des Gurtes werden bei AUMUND die ­Löcher für die Tellerschrauben direkt durch den Gurt gestoßen. Werden hierbei einige der longitudinal verlaufenden Seile durchschnitten, so ermöglicht doch ein einkalkulierter Sicherheitsaufschlag die schlussendlich geforderte Zugfestigkeit des Gurtes.

Die Vorteile dieser hochfesten Gurtkonstruktion nutzt ­AUMUND auch für die neuste Entwicklung eines Grobkorngurtbecherwerkes, welches es nun erstmalig ermöglicht, auch Korngrößen bis zu 80 mm mit einem Gurtbecherwerk zu fördern.

AUMUND Becherwerksgurte für heiße Schüttgüter

„Gummi schrumpft, Stahl nicht!“ Es ist bekannt, dass Gummi je nach Einsatztemperatur und Einwirkdauer altert, d.h. Gummi wird hart und verliert an Volumen. AUMUND Becherwerksgurte sind für den Transport von heißen Schüttgütern konzipiert. Die durchgängige Bestückung mit Stahlseilen in transversaler als auch lateraler Richtung wirkt wie ein Stützgerüst und bietet auch hier einen entscheidenden Vorteil: der Gurt verliert kaum an Volumen, so dass im Bereich der Becherbefestigung und Endlosverbindung immer eine ausreichende Klemmkraft sichergestellt werden kann.

Neu entwickelte Gummimischungen auf Basis von Ethylen Propylen Dien Kautschuk (EPDM) ermöglichen für ­AUMUND Becherwerksgurte Ein­satzbereiche bis zu einer Materialtemperatur von 150 °C. Es dürfen sogar Spitzentemperaturen bis zu 170 °C erreicht werden. Unter Belastungstests und im industriellen Alltag haben sich EPDM-Gurte im Vergleich zu Gurten aus Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) als wesentlich alterungsbeständiger erwiesen.

www.aumund.com

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