Die richtige Dosis Digitalisierung

Für die Schüttguttechnik auf dem Weg in eine nachhaltige und digitale Zukunft bietet das Fachmessen-Duo SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK eine wichtige Informationsplattform

W‌enn von Steinen, Erden und Baustoffen die Rede ist, so denken Außenstehende in der Regel an robuste Technik, tonnenschwere Lasten, viel Lärm und Schmutz. Recycling und sensible Messdaten kommen dabei den wenigsten in den Sinn. Doch Insider wissen, es steckt weit mehr dahinter, wichtige Rohstoffe, ob neu oder nach einer Erstverwertung, abzubauen und dem Wertstoffkreislauf zuzuführen. Schon beim Abtragen und Zerkleinern, beim Trennen oder Mischen, dem Lagern bis hin zum punktgenauen Aufbereiten und Zuführen der Roh- und Baustoffe werden zahlreiche Daten erfasst und ausgewertet. Der Anteil an wiederverwerteten Roh- und Baustoffen ist weit höher als man vielleicht erwarten würde.

Schon heute sind dabei digitale Lösungen im Einsatz, angefangen von der digitalen Erfassung der Abbaustätten bis hin zu dem internen Bestandsmanagement der Fertigprodukte. Im Vergleich zu anderen Industriebereichen jedoch befindet sich die Schüttgutindustrie hinsichtlich einer ganzheitlichen Digitalisierung der gesamten Kette vom Kunden bis zu der auftragsbezogenen Fertigproduktion noch weitgehend in der Orientierung. Um sich auch zukünftig im globalen Wettbewerb zu behaupten, wird es zunehmend wichtiger, die Möglichkeiten der Vernetzung, der Datenerfassung und Auswertung über die gesamte Prozesskette hinweg zu nutzen. Einig ist man sich über die Notwendigkeit, Prozessabläufe zu optimieren und zu vernetzen. Unschlüssig ist man sich jedoch noch in Bezug auf die Art und den Umfang, in welchem die digitalen Möglichkeiten effizient und nutzbringend eingesetzt werden können. Schwierig ist im Einzelfall zu definieren, welche Informationen in welcher Art und welchem Umfang effizient eingesetzt werden sollten; eine erhöhte Datenmenge verbessert nicht zwangsläufig den Gesamtprozess und erhöht die Verfügbarkeit der maschinentechnischen Anlage. Die Mittel, zahlreiche Daten vom Kundenauftrag, über die gesamte Bearbeitung bis hin zur Auslieferung elektronisch zu erfassen und auszuwerten, sind heute schon weitgehend in Insellösungen vorhanden.

 

Robustheit trifft sensible Daten

Wie jedoch können solche Daten vorteilhaft vernetzt und verarbeitet werden, um Prozesse effizienter zu gestalten, Energie zu sparen und Mensch und Umwelt zu entlasten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen geben zahlreiche Experten rund um die Schüttguttechnik und deren Digitalisierung im April 2020 auf den Fachmessen SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK in Dortmund. Sie zeigen Lösungen für mechanische Systeme zur Erhöhung der  Verfügbarkeit durch Digitalisierung der Ausrüstungen und Software auf. Hier finden Fachbesucher im Dialog auf ihre Anforderungen abgestimmte Möglichkeiten der Vernetzung und können dabei Partnerschaften für einen gemeinsamen Weg in eine digitale und nachhaltige Zukunft eingehen.

 

Ziel moderner Datenerfassung/Vernetzung in der Schüttgutindustrie ist in erster Linie, den Abbau, die Aufbereitung und die Bereitstellung der Produkte abzusichern und dabei die Verfügbarkeit zu erhöhen, sowie Abläufe zu verbessern und gleichzeitig Energiekosten zu senken.

 

Im Bereich Steine und Erden beispielweise sind die Anforderungen an die maschinentechnischen Ausrüstungen und Sensoren sehr hoch: Vibrationen, Staub und Anbackungen sind oft zu finden. Auf dem Fachmesse-Duo bietet sich im persönlichen Gespräch mit verschiedenen Spezialisten die Chance, die geeigneten maschinentechnischen Ausrüstungen mit einer höheren Verfügbarkeit und Rückmeldung für diese speziellen Anforderungen von Morgen zu definieren. Aussteller beraten vor Ort im Dialog zur Notwendigkeit und zum Umfang einer möglichen Digitalisierung im Messprozess, zum Beispiel durch den Einsatz einer geeigneten Sensorik, die die Selbstüberwachung der Anlage ermöglicht: Welche Daten und Informationen sind wirklich wichtig und sinnvoll zur Digitalisierung?

 

Die hohe Kunst der Silotechnik

Allein bei der Lagerung von Schüttgut in Silos ist einiges an Messtechnik im Einsatz. Im Betrieb fast aller Silos und Behälter dienen Füllstandsmessungen, ob punktuell oder kontinuierlich, dazu, einer Überfüllung oder einem Leerlauf vorzubeugen. Hier entscheidet nicht nur das richtige physikalische Messprinzip über einen sicheren Dauerbetrieb, sondern auch die richtige Einbausituation, abgestimmt auf das Schüttgut selbst sowie auf die Vorortbedingungen. Bei der Lagerung von staubbildenden Schüttgütern werden die Filter zur Abreinigung der pneumatischen Förderluft kontinuierlich über eine Druckdifferenzmessung auf Funktionalität überwacht, damit keine Schädigung an Material und Bedienpersonal entstehen. Ob eine Erfassung dieser Daten im Sinne der Digitalisierung die Verfügbarkeit der Lagerstätte erhöhen kann, damit man von ungeplanten Wartungseinsätzen zu geplanten Wartungsaufgaben kommt, können Fachbesucher mit Experten in Dortmund klären. Zudem zeigt sich in der Silolagerung anschaulich die Möglichkeit von der Bestandserfassung vor Ort zu einer automatisierten Bestandsmanagementlösung über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus zu gelangen, die Fehlbestellungen reduziert und zudem Ressourcen freisetzt.

Die Silos und deren Komponenten werden auf die Art und die Fließeigenschaften des Produktes ausgelegt. Es gilt, Austragsstörungen, wie Brückenbildung oder Entmischung zu verhindern und das Silo hinreichend stabil auszulegen. Auf der SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK treffen Fachbesucher auf Experten, die dabei unterstützen, die richtigen Parameter zu definieren sowie zu klären, ob sich das Schüttgut bei längerer Lagerung im Silo verfestigt und welche Maßnahmen dagegen getroffen werden können. Diese Informationen sind zudem für die Auslegung der nachfolgenden Austragshilfen bzw. Förderer notwendig. Nicht nur bei der Konzeption einer neuen Siloanlage, auch für bestehende gibt es Ausrüstungen, die das Auslaufverhalten des Schüttgutes verbessern. Hier bietet sich das Fachmesse-Duo für einen Dialog mit den verschiedenen Systemlieferanten an, um eine maßgeschneiderte Lösung für die individuellen Anforderungen zu finden.

Asphaltrecycling – Federführend in der Wiederverwertung

Ein gutes Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit in der Schüttguttechnik ist das Asphaltrecycling. Längst werden in den Indus-trienationen mehr Straßenkilometer saniert als neu gebaut. Millionen Tonnen von Asphalt werden abgetragen und zu einem hohen Anteil aufbereitet.  Allein in Deutschland landen mehr als 85 % des Ausbauasphalts wieder auf den Straßen und liefern so einen hohen Beitrag zur Erhaltung natürlicher Ressourcen. So macht es durchaus einen Unterschied, wie lange eine Asphaltdecke auf der Straße verbleibt, bevor sie entfernt und der erneuten Nutzung zugeführt wird.  Alterungsprozesse verändern den im Asphalt enthaltenen Bitumen. Dies beeinflusst eine Wiederverwendung ebenso wie der erhöhte Anteil an Feinkorn und Füller des Abbauasphalts. Eine sortenreine Lagerung nach Korngrößen und Bitumeneigenschaften ist deshalb unabdingbar für eine qualitativ hochwertige Mischgutproduktion. Speziell für die Anlagentechnik sind die Ansprüche durch die vermehrte Zugabe des Recyclingmaterials und die existierenden Emissionsvorschriften stark gestiegen. Die Mischanlagen werden für die Herstellung unterschiedlicher Asphaltqualitäten ausgelegt und je nach Rezeptur und Anlagentechnik können dabei unterschiedliche Anteile Recyc-lingasphalt zugegeben werden.

 

Was mit Kaltfräsen beginnt, über Brech- und Siebanlagen läuft und in modernen Asphaltmischanlagen mündet, braucht innovative Verfahren und moderne Technologien. In Dortmund stellen Aussteller neuste Recycling-Technologien und Zerkleinerungsverfahren vor. Dort können sich Fachbesucher mit wenig Aufwand schnell über die neusten Trends in diesem Bereich beratend informieren. Hier gehen die Lösungen auch über den Tellerrand hinaus. So berücksichtigen die Anbieter in ihrer Beratung den ganzheitlichen Produktionsprozess. Im Bereich Asphaltrecycling spricht man hier zum Beispiel neben dem Hauptprodukt Asphalt auch über die Verfügbarkeit von Brennmaterialien. Denkbar wäre zum Beispiel eine digitale Lösung zur Vernetzung mit dem Brennstofflieferanten zur automatischen Nachbestellung. So würde sichergestellt, dass der nächste Auftrag nicht aufgrund von Ressourcenmangel im Sekundärprodukt abgelehnt werden muss.

 

Die richtige Dosis Digitalisierung

Die Beispiele aus der Welt der Schüttguttechnik zeigen auf, wie weit die digitalen Möglichkeiten schon reichen. Eine weitere Verbesserung der Prozesse in der Tiefe scheint zum aktuellen Zeitpunkt oft aufwändig. Um sich im globalen Umfeld bei steigenden Umweltanforderungen sicher aufstellen zu können, ist es daher wichtig, das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten innerhalb der gesamten Prozesskette zu optimieren. Die Digitalisierung in der Breite zu nutzen, um Prozessschritte ideal zu vernetzen, dem Menschen den Überblick zu geben und zu entlasten, darf das Ziel zukünftiger Veränderung sein. Auf der SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK können sich Entscheider der Schüttguttechnik dazu und zu anderen wichtigen Themen mit Spezialisten der Branchen austauschen und zukunftsfähige Lösungen für ihre Unternehmen finden.

SOLIDS Dortmund 2020 gemeinsam mit RECYCLING-TECHNIK Dortmund 2020

Termin: Mittwoch und Donnerstag, 1. und 2. April 2020

Ort: Messe Dortmund, Hallen 4, 5, 6 + 7

Rheinlanddamm 200, 44139 Dortmund

Öffnungszeiten: Mittwoch, 9:00 – 17:00 Uhr

Donnerstag, 9:00 – 17:00 Uhr

Ticketpreis: 2-Tages-Online-Ticket für beide Fachmessen 30 €

Veranstalter: Easyfairs Deutschland GmbH,

Balanstr. 73, Haus 8, 81541 München

Messewebseiten: Kostenfreies Messeticket für die Leser der AT MINERAL PROCESSING Europe mit dem Code 2514 auf der Webseite www.solids-dortmund.de und www.recycling-technik.com

Infos zu Vorträgen/Science- und Solution-Center

IAB Weimar

Praxisorientierte Schüttgutsimulation mit der Diskreten Elemente Methode (DEM)

 

Dr.-Ing. Uli Barth, Bergische Universität Wuppertal (Leitung)

Sichere Beherrschung von Explosions- und Brandgefahren bei staubführenden Anlagen

 

Haus der Technik

Vom Recht zur Praxis in der Recyclingwirtschaft

 

Verpackungsrecycling

Moderiert von Dr. Dirk Textor

Teilnehmer:

Der Grüne Punkt, Maag GmbH, Zentrale Stelle Verpackungsregister, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
 

DGAW e.V.

Die Gewerbeabfallverordnung in der Umsetzung: Was hat sie gebracht?

 

Mittelstand 4.0

Digitalisierung im Mittelstand

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