100 Jahre AUMUND

Aus einem Erfinder- und Ingenieurbüro wird eine Weltmarke für Lager- und Fördertechnik

Am 3. August 1922 gründete Heinrich Aumund in Berlin die Gesellschaft für AUMUND-Patente MB.H. Mit dem Erfinder- und Ingenieurbüro wurde der Grundstein für die weltweit aktive AUMUND Unternehmensgruppe gelegt, für die heute rund 500 Beschäftigte mit mehr als 30 Nationalitäten tätig sind. Mit ca. 24 000 Referenzen in rund 150 Ländern gehört die AUMUND Gruppe zu den Global Playern und Technologieführern in der Förderung und Lagerung im Hochleistungsbereich von Schüttgütern.

 

AUMUND hat sich zunächst als Weltmarke in der Zementindustrie und danach in verschiedensten anderen Schlüsselindustrien für Schüttgüter international etabliert. So sind Maschinen, Systeme und Prozesstechnik der AUMUND Gruppe auch in Metallurgie, Mining & Minerals, Kalk und Gips, in der Chemischen Industrie, hier insbesondere für Düngemittel, in Gießereien und Kraftwerken, in der Nahrungsmittelindustrie, in Häfen & Terminals wie auch aktuell vor allem bei den umweltpolitisch und umwelttechnisch bedeutenden Alternativen Brennstoffen im Einsatz. Die 100-jährige Geschichte und Entwicklung von AUMUND ist über drei Generation hinweg untrennbar verbunden mit den Unternehmenslenkern Prof. Dr.-Ing. h.c. Heinrich Aumund, Günter-Claus Aumund und Franz-W. Aumund, der aktuell Vorsitzender des Beirats ist.

 

Zum Verbund der AUMUND Gruppe zählen heute die Unternehmen AUMUND Fördertechnik GmbH (Rheinberg/ Deutschland), SCHADE Lagertechnik GmbH (Gelsenkirchen/ Deutschland), SAMSON Materials Handling Ltd (Ely/Großbritannien), TILEMANN GmbH Ketten & Komponenten (Essen/Deutschland) sowie AUMUND Group Field Service GmbH und AUMUND Logistic GmbH (beide Rheinberg/Deutschland).

 

Das globale Geschäft mit der Förder- und Lagertechnik wird aktuell weltweit von 20 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika und Asien gesteuert sowie von fünf ServiceCentern in Deutschland, Hongkong, USA, Brasilien und Saudi-Arabien unterstützt. Dazu kommen circa 80 Repräsentanzen und ein Netzwerk aus rund 100 Richtmeistern und Inspektoren für Beratung und Begleitung von Montagen, Inbetriebnahmen und Vor-Ort-Inspektionen durch den PREMAS® Preventive Maintenance Service für AUMUND-, SCHADE- und SAMSON-Maschinen wie auch für Fremdmaschinen.

 

Mit nunmehr 100 Jahren Familienmanagement hat Franz-W. Aumund, zuvor 38 Jahre lang Geschäftsführender Gesellschafter der AUMUND Gruppe, seine operativen Aktivitäten Mitte 2022 an die Geschäftsführung der AUMUND Fördertechnik in Person von Dr. Pietro de Michieli, Reiner Furthmann und Uwe Altena übergeben. Dr. Pietro de Michieli, seit vier Jahren Geschäftsführer Vertrieb, wurde zusätzlich zum CEO (Vorsitzenden) der AUMUND Fördertechnik GmbH wie auch der AUMUND Holding B.V. ernannt. Reiner Furthmann ist seit rund 20 Jahren bei der AUMUND Fördertechnik GmbH für Technik, Konstruktion und Produktion verantwortlich und seit März 2018 Technischer Geschäftsführer. Uwe Altena hat Mitte 2021 die Position des Kaufmännischen Geschäftsführers übernommen.

 

Mergers & Acquisitions gezielt eingesetzt

Eine wichtige Quelle für den Ideenreichtum und die Innovationskraft der AUMUND Gruppe sind die Akquisitionen. Durch die Zukäufe der Maschinenfabrik LOUISE GmbH (1991) und der WTW Engineering Maschinen- und Förderanlagen GmbH (2006) erweiterte AUMUND sein Produktspektrum und sein Produkt-Know-how um Bunkerentleerungswagen und Trogkettenförderer. In dieses Portfolio passten der Kauf des Ersatzteilgeschäfts für Silo-Austragssysteme der Maschinenfabrik Besta & Meyer GmbH (2014) und in Zusammenhang mit Becherwerken das Ersatzteilgeschäft der KoWey GmbH (2021).

 

Diversifikation war die Strategie bei der Übernahme der Dortmunder Gustav Schade Maschinenfabrik GmbH – heute SCHADE Lagertechnik GmbH – und der britischen B&W Mechanical Handling Ltd – heute SAMSON Materials Handling Ltd – in den Jahren 2001 und 2002. Beide Firmen bedienen Marktsegmente, die denen von AUMUND benachbart sind. B&W/SAMSON stellt mobile Materialförderer her, die wie Schiffsbelader und Ecological Hopper, kurz Eco Hopper, vor allem in Hafenterminals sowie in industriellen Anwendungen zum Einsatz kommen. SCHADE designt und liefert Geräte wie Kratzer und Absetzer für Schüttgutlagerplätze sowie Mischbetten, die besonders für den Umschlag von Schüttgut in verschiedensten Schlüsselindustrien gefragt sind. Die Eisenbahnwaggonkipper, die zunächst AUMUND vertrieben hat, wurden Anfang der 2010er-Jahre von SCHADE in ihr Portfolio aufgenommen – und dies nicht nur, weil SCHADE für den Kohleumschlag die entsprechende Anwenderkundschaft hat, sondern auch, weil im Konstruktionsbüro Bristol/Großbritannien Waggonkipper-Spezialisten von SCHADE tätig sind.

 

Mit der Akquisition der Th. Tilemann GmbH Gelenkketten- und Räderfabrik, Essen/Deutschland, erhielt die AUMUND Gruppe 2016 einen erfahrenen Hersteller von hochwertigen Ketten und dazugehörigen Komponenten. Im Zuge der Integration ist das in TILEMANN GmbH umbenannte Unternehmen mit neuester Fertigungs- und Montagetechnik für AUMUND-Becherwerksketten wie auch für Förderketten für Hersteller von Lager- und Mischbettgeräten sowie Kratzerförderern – darunter SCHADE – aufgestellt.

 

Digitalisierung ist bei AUMUND auf dem Vormarsch

Einen zukünftig immer höheren Stellenwert für die AUMUND Gruppe nimmt das Thema Digitalisierung ein. Ein Beispiel dafür ist PREMAS® 4.0 Predictive Maintenance Solution. Das mit der PREMAS AG (Schweiz) entwickelte System zur vorausschauenden Instandhaltung überwacht den sicheren, energieeffizienten Maschinenbetrieb und analysiert auf der Basis von Rechenalgorithmen den Zustand der Maschine. Die AUMUND Gruppe bietet PREMAS® 4.0 aktuell vor allem für Gurtbecherwerke, für verschiedene Typen von Kettenbecherwerken, für Kurzzellenbänder und für das Silo-Austragssystem CENTREX® an. PREMAS® 4.0 kann darüber hinaus in Fabrikaten von Fremdherstellern eingesetzt werden, z.B. im Zuge von Umbauten.

 

Schlüsselindustrien für Schüttgut – „Heimat“ der Produkte der AUMUND Gruppe

Weit über die Hälfte der mehr als 24 000 Anlagen kommen in der Zementindustrie weltweit zum Einsatz. Die Logistik der verschiedenen Roh-, Brenn- und Zuschlagstoffe spielt im Produktionsprozess von Zement eine wesentliche Rolle. Kalkstein und andere Rohmaterialien müssen in ausreichenden Mengen vorgehalten werden, um den Produktionsprozess kontinuierlich zu fahren und auch dann noch aufrechterhalten zu können, sollte es im Nachschub einmal eine Unterbrechung geben. Die sorgfältige Planung und Auslegung von Klinkerlager und Klinkertransport tragen wesentlich zur Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage bei. AUMUND Fördertechnik kann hier auf über 60 Jahre technologische Kompetenz zurückgreifen.

 

AUMUND-Produkte haben ebenso eine lange Tradition im Bereich Mining & Minerals. Für den Transport, die Lagerung und die Verladung von oft abrasiven oder klebrigen Schüttgütern gibt es für jede Prozessstufe optimale Lösungen. AUMUND verfügt über Erfahrung im Umgang mit den verschiedensten Materialien wie zum Beispiel Basalt, Bauxit, Dolomit, Erzen, Flugasche, Harnstoff (Urea), Kali, Kalkstein, Lehm, Petrolkoks, Phosphat, Puzzolanen, Salz, Sand, Schwefel oder Zinkoxyd. Die Eigenschaften der Materialien und die Anwendung bestimmen den Förderer. Eine genaue Planung ist hier von größter Bedeutung, denn sie ist grundlegend für die Rentabilität der Anlage.

 

AUMUND-Anlagen gehören auch in Kraftwerken zum Maschinenpark, beispielsweise für den Materialimport von Kohle, heizwertreichen Siedlungsabfällen (RDF, Refused Derived Fuel), Biomasse oder Kalkstein im Bereich der verschiedenen Feuerungsarten wie Rost-, Kohlenstaub- und Wirbelschichtfeuerung oder auch beim Materialexport von Gips, Asche, Schlacken oder Stäuben.

 

Wo Mobilität und Schnelligkeit gefordert werden

Für den Materialimport wie auch den Materialexport bietet die AUMUND Gruppe ein sehr breites Produktspektrum von Maschinen und Geräten zur Förder- und Lagertechnik an. Von besonderem Interesse für Häfen & Terminals sind die mobilen, d.h. verfahrbaren Schiffsbelade- und -entladesysteme wie Schiffsbelader, Eco Hopper und der Samson® Materialförderer.

 

SAMSON Materials Handling hat eine Reihe von Schiffsbelade- und -entladevorrichtungen entwickelt, die auf den Umschlag von trockenen Massengütern zugeschnitten sind. Sie bieten Flexibilität sowohl beim Betrieb von bestehenden Liegeplätzen als auch bei der Hochleistungsbeladung. Mobile Schiffsbelader, Materialförderer oder auch der STORMAJOR® können unabhängig voneinander an jedem Kai eingesetzt oder bis zum nächsten Einsatz in eine Parkplatzposition auf Abruf gebracht werden. Die mobile Technik wird von SAMSON zu einem System konfiguriert, das genau auf die Anforderungen des jeweiligen Hafens oder Terminals zugeschnitten ist.

 

Service – A und O für Kundennähe und
Kundenzufriedenheit

Weltweit bietet die AUMUND Gruppe einen umfangreichen After Sales Service & Customer Support an. Die Dienstleistungen reichen von Beratung über Wartung, vorbeugende und vorausschauende Instandhaltung (PREMAS® und PREMAS® 4.0), Reparatur und Ersatzteilservice bis hin zur Schulung von Maintenance-Personal des jeweiligen Kunden. Die 2017 gegründete AUMUND Group Field Service GmbH stellt mit einem weltweiten Netzwerk von rund 100 Richtmeistern (Supervisors) und Inspektoren den global standardisierten Qualitätsanspruch für Montage- und Inbetriebnahme der eigenen AUMUND-, SCHADE- und SAMSON-Maschinen, aber auch von Fremdmaschinen, sicher.

 

Ein leistungsstarker Service bildet auch die Basis der 2007 als eigenständige Gesellschaft gegründeten AUMUND Logistic GmbH. Schwerpunkt der Aktivitäten ist der weltweite Versandservice von Maschinen und Maschinenteilen per Seefracht, Luftfracht und Landverkehr für die Unternehmen AUMUND, SCHADE, SAMSON und TILEMANN sowie für die AUMUND-Auslandsgesellschaften. Das betrifft sowohl die von AUMUND gefertigten Produkte und bereitgestellten Ersatzteilsendungen als auch die Abwicklung für Maschinen und Teile, die an anderen Standorten abgeholt und zu einem Kunden bzw. Einsatzort transportiert werden.

 

„WE CONVEY A GREENER FUTURE“

„Die Verknüpfung von ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten sowohl zum Nutzen unserer Kunden als auch der AUMUND Gruppe selbst bestimmt seit Jahrzehnten unser Denken und Handeln – und das schon lange bevor Begriffe wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit oder CO2-Reduktion für viele Unternehmen weltweit wichtig wurden. Damit ist die AUMUND Gruppe hier einer der Vorreiter im Bereich von Transport und Lagerung von Schüttgut“, betont Franz-W. Aumund.

 

Zur  Verringerung von Staubemissionen oder aus anderen umweltrechtlichen Gründen bietet SCHADE überdachte Lagersysteme für Schüttgutmengen bis 800 000 t bzw. 1 000 000 m3 auch auf kleinen Flächen an. Der Haldenaufbau erfolgt durch fahrbare, unter dem Hallendach angebrachte Abwurfwagen, der Haldenabbau durch Voll- oder Halbportalkratzer. Je nach Kundenbedarf bzw. behördlichen Auflagen sind Anpassungen der Hallenhöhen durch eine Konstruktion mit zwei Auslegern am Kratzer möglich. In einem überdachten Kreislager werden Lagerkapazitäten von rd. 360 000 t erreicht.

 

Der SAMSON Eco Hopper erfüllt die strengen Vorgaben zur Reduzierung von Staubemissionen. Zu den umfangreichen Staubschutzeinrichtungen der Eco Hopper, die für den Import von Schüttgütern in Häfen und Terminals zum Einsatz kommen, zählen ein System zur Reduzierung von Seitenwinden, das sogenannte Flex-Flap-Staubabdichtungssystem und mechanisch angetriebene Schiebeabdeckungen.

www.aumund.com

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