Das Madison Integrated Aluminium-Projekt eröffnet die größte Einzelbeschaffungschance für den deutschen Maschinenbau in Afrika
19.01.2026Auf Einladung der deutschen Botschaft in Ghana nahm der VDMA Mining & Minerals Anfang November, vertreten durch Dr. Chux Onaa, am Ghana-Besuch im Rahmen der dreiteiligen Staatsreise von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier teil. Anlass war das 50-jährige Jubiläum der deutsch-ghanaischen Entwicklungszusammenarbeit – verbunden mit dem Bekenntnis zur Stabilität Ghanas und zur wirtschaftlichen Partnerschaft mit Deutschland.
Dr. M. C Vasnani, Präsident, Ghanaian German Economic Association (GGEA); Yaw Addae-Wusu, CEO, Madison Alumina Ghana; Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier, Dr. Chux Onaa, VDMA Mining & Minerals; Jacob Meins, Chief Commercial Officer, RWE Supply & Trading GmbH; Frederik Landshöft, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ghana
© German Embassy, Ghana
Das integrierte Greenfield-Aluminiumprojekt „Madison Alumina Ghana“ im Wert von 12 Mrd. US$ wurde als transformativer Industriekomplex vorgestellt, wobei der Fachverband Mining & Minerals eine strategische Rolle spielt bei der Bereitstellung deutscher Spitzentechnologie unter der Leitung von OEM VDMA-Mitgliedsunternehmen und Technologieanbietern aus den Bereichen Bergbau und Aufbereitungstechnik. Das Projekt, das als sauberes, abfallfreies industrielles Ökosystem konzipiert ist, schafft über 2,3 Millionen direkte und indirekte Arbeitsplätze und trägt jährlich 4 bis 6 % zum Bruttoinlandsprodukt Ghanas bei. Es wird Ghanas erste vollständige Wertschöpfungskette vom Bauxitabbau über die Aluminiumraffination bis hin zur Primäraluminiumverhüttung etablieren.
Der vertikal integrierte Industriekomplex umfasst ein hochmodernes 5-GW-Solarkraftwerk, eine Aluminiumhütte mit einer Kapazität von 1,0 Mio. t/a, eine Aluminiumoxidraffinerie mit einer Kapazität von 2,6 Mio. t/a, eine 150 000 t/a-Natronlauge-Anlage, eine 133 000 t/a-Chlorproduktionsanlage, eine 600 000 t/a-Salzproduktionsanlage und eine 2,5 Mt/a-Zementfabrik, die Rotschlamm aus der Aluminiumoxidraffinerie verwendet. Laut Madison Alumina wird das Projekt etwa 50 000 direkte Arbeitsplätze in den verschiedenen Branchen schaffen und Ghana als Afrikas größten CO2-armen grünen Aluminium-Hub positionieren.
Der Madison Alumina Industrial Complex steht für Investitionen in Höhe von über 12 Mrd. US$, wobei etwa 90 % der Kernpakete an deutsche und andere europäische Technologieanbieter vergeben werden sollen. Dies kommt der deutschen Wirtschaft zugute durch:
- Engineering & Design durch den Einsatz deutscher Ingenieurteams und Projektmanager für mehrjährige Planungs- und Überwachungsaufgaben
- Technologie und Prozessanlagen durch die Lieferung schlüsselfertiger Anlagen und Maschinen unter Einbeziehung deutscher Ingenieure, Technologen und Spezialisten für Inbetriebnahmen.
- Bergbau und Energieversorgung durch die Planung, den Bau und den Betrieb der Bauxitmine sowie eines 5-GW-Solarkraftwerks unter Einsatz deutscher Bergbauingenieure, Energieversorgungssystemdesigner und Steuerungssystemintegratoren
- Ausrüstungsherstellung durch die Lieferung von Schwerlastgeräten und Lastkraftwagen, wodurch Tausende von Industriearbeitsplätzen in deutschen und europäischen Produktionsstätten und Lieferketten erhalten bleiben
- Finanzen und Versicherungen durch Euler Hermes und deutsche Banken, die Exportkredite und Bankdienstleistungen bereitstellen und damit qualifizierte Arbeitsplätze und Einnahmen im Finanzsektor schaffen
Zu den wichtigsten deutschen Partnern zählen die RWE-Gruppe, Inros Lackner SE, die VW-Gruppe, INZAG Germany GmbH, Thyssenkrupp Polysius, Thyssenkrupp Nucera, Wirtgen GmbH, Dockweiler Chemicals GmbH, Liebherr AG, Straberg SE, Raachsolar GmbH, Innovathem GmbH, Reel Möller GmbH und Euler Hermes.
