Trendumkehr

Der Metallerzbergbau in Europa

Zusammenfassung: Die Bergbauindustrie in Europa hat an Einfluss verloren. Während am Anfang des letzten Jahrhunderts Europa noch für fast 40 % der weltweiten Bergbauproduktion verantwortlich war, beträgt dieser Anteil heute nur noch etwa 3 %. Doch seit der Debatte um die Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist eine Trendumkehr zu erkennen. Der folgende Bericht liefert Hintergründe, Zahlen und Daten und porträtiert wichtige Bergbauunternehmen in der EU mit dem Fokus auf Nichteisenmetalle.

1 Einführung

Gut 150 Jahre ist es her, dass Europa die Bergbauindustrie dominierte. Gemessen an der Produktion von Metallerzen war Europa im Jahr 1860 noch für 62 % der weltweiten Erlöse verantwortlich. Über die Jahre nahm der Einfluss Europas rapide ab, und inzwischen liegt dieser Wert für die EU-28 nur noch bei 3 %. Dies geht aus Zahlen von Euromines hervor (European Association of Mining Industries, Metal Ores & Industrial Minerals). Bei Metallerzen werden nach letzten Zahlen des USGS (U.S. Geological Survey) für das Jahr 2014 für die Staaten der EU folgende Anteile – jeweils weltweit – im Bergbau erzielt: Titanerz 8,9 %, Silber 7,1 %, Zink 5,2 %, Blei 3,9 %, Kupfer 3,7 %, Nickel 2,7 %, Wolfram 2,5 %, Eisenerz 1,3 %, Gold 0,9 %, Bauxit 0,5 %, Zinn 0,03 %.

Nach Daten der EU Kommission ist die Nichteisen-Metallindustrie mit 19,91 Mrd. € Umsatz für 1,25 % der EU-Wirtschaftsleistung im verarbeitenden Gewerbe verantwortlich (Daten 2010). In dem Sektor gibt es über 350 000 direkt Beschäftigte. Die Importnotwendigkeiten für Metallerz-Konzentrate sind in der EU kräftig gestiegen. Bei Kupfer beliefen sich die Importe für Kupfererz-Konzentrat nach Zahlen von Eurostat allein auf 4,25 Millionen Jahrestonnen (Mta). Die Importe wurden zu 3/4 durch Chile (26 %), Peru (23 %), Brasilien (11 %), Argentinien (9 %) und Kanada (6 %) gedeckt. Bei anderen Metallen sind die Verhältnisse zwischen Gewinnung/Recycling und Importen teilweise noch drastischer. Die EU hat eine Liste von 43 kritischen Rohmaterialien angefertigt [1; 2], von denen insgesamt 20 aus der Liste der Seltenen Erden und Platingruppen-Metalle (PGM) stammen.

2 Eisenerz Produktion

Die EU verfügt über 9 Mitgliedsstaaten, in denen Eisenerz produziert wird, darunter Schweden, Norwegen, Österreich, Slowakei und Deutschland. Signifikante Mengen an Eisenerz werden dagegen nur in Schweden und Norwegen gewonnen (Bild 1). Die Produktionsmengen von enthaltenem Eisen lagen in den letzten Jahren zwischen 19,1 Mta und 21,8 Mta. Schweden kam auf fast 85 % aller produzierten Mengen, Norwegen hatte einen Anteil von 10,1 %, Österreich 3,8 % und alle übrigen Länder 1,5 %. Im Weltmaßstab sind die gewonnenen Mengen niedrig. Da das Eisenerz im Untertagebau abgebaut wird (Bild 2), sind die Gewinnungskosten gegenüber den Tagebauminen beispielsweise in Australien oder Brasilien kaum wettbewerbsfähig. So haben die niedrigen Preise für Eisenerz den Unternehmen zu schaffen gemacht. Northern Iron, die eine Mine in Kirkenes in Norwegen betrieben, mussten 2015 Insolvenz anmelden. Auch Northland Resources in Schweden ging in Konkurs.

Die staatliche schwedische Bergbaugesellschaft Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag (LKAB) ist mit über 80 % des produzierten Eisenerzes der größte Hersteller in Europa (Bild 3). Das Unternehmen förderte 27,2 Mta Eisenerz im Jahr 2017 nach 26,9 Mta im Vorjahr. Die Branchenriesen Rio Tinto und Vale kommen dagegen etwa auf die 10-fache Fördermenge. LKAB ist aber führender Hersteller von hoch veredelten Eisenerzpellets und damit in der Lage, einigermaßen wirtschaftlich zu arbeiten. Etwa 83 % des Eisenerzes geht in die Veredelung und Produktion von Pellets. Doch in den Jahren 2014 und 2015 war das Betriebsergebnis aufgrund des Preisverfalls bei Eisenerz eingebrochen, und es wurden rote Zahlen geschrieben. Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen waren erforderlich. Inzwischen hat sich die Lage gebessert und das Unternehmen strebt einen Ausbau seiner Förderkapazitäten an.

LKAB verfügt über insgesamt 4 Minen in Schweden, nördlich des Polarkreises. Kiruna (Bild 4) ist die größte, bekannteste und auch zugleich nördlichste Mine. Der Erzkörper in Kiruna ist ein massiver Block aus hochgradigem Magnetit-Erz, 4 km lang, 80 m breit und über eine Tiefe von 2 km. Bild 5 enthält die vorhandenen nachgewiesenen Reserven an Eisenerz der 4 LKAB Minen sowie die Eisenerzgehalte der Reserven. Die Ressourcen [3] sind noch um einiges größer, so dass bei entsprechender Wirtschaftlichkeit auch über mehrere Jahrzehnte in Schweden ein Erzabbau möglich ist. Durch neue Explorationsbohrungen ändern sich auch die nachgewiesenen Reserven, wie die Beispiele Kiruna und Malmberget zeigen. Damit sich neue Investitionen bezahlt machen, plant LKAB die Fördermengen auf 40 – 45 Mta auszubauen. Bis 2045 will man es schaffen, CO2-neutral zu produzieren.

3 Edelmetalle (Gold und Silber)

Die EU ist reich an Vorkommen von Gold- und Silbererzen, dagegen existieren praktisch außer in Finnland und Polen keine Vorkommen an Platingruppen-Metallen. Bild 6 zeigt die Produktionsmengen an Gold in den letzten Jahren. Die Mengen schwankten zwischen 20,7 t und 31,2 t, im Jahr 2016 wurde eine Menge von 29,5 t erzielt. Gold wird in der EU in insgesamt 12 Ländern gewonnen. Die wichtigsten Länder sind Finnland (28,1 %), Bulgarien (23,0 %), Schweden (22,5 %), Frankreich (6,2 %), Griechenland (6,1 %) und Spanien (4,8 %). Die Klammerwerte beziehen sich auf den Anteil der Fördermengen in der EU von 2010 bis 2016 und stammen von Euromines. So werden für Finnland beispielsweise für das Jahr 2016 Mengen von 8,9 t ausgewiesen. Von den statistischen Ämtern in Finnland kann man für das Jahr eine Zahl von 11,15 t erhalten. Auf noch höhere Zahlen für Finnland kommt World Gold Council mit 130,1 t für 2017. Hiermit würde Finnland in die Liste der führenden Länder einbrechen, was allerdings unrealistisch ist.

In Bild 7 sind für den Zeitraum von 2010 bis 2016 die EU-Daten für die Silbergewinnung dargestellt. Dabei ist ein relativ kontinuierlicher Anstieg von 1686 t auf 1920 t erkennbar. Von den insgesamt 14 Förderländern sind Polen mit 67,9 % und Schweden mit 21 % führend. Signifikante Fördermengen erzielten daneben Finnland (2,6 %), Bulgarien (2,1 %), Portugal (2,0 %), Griechenland (1,9 %) Spanien (1,1 %) und Rumänien (1,0 %). Reine Silberminen sind in der EU sehr selten. Zumeist wird Silber als wichtiges Nebenprodukt in Kupferminen abgebaut. Dies trifft auch auf die Minen in Polen zu, die im internationalen Ranking einen guten 5. Platz hinter Mexiko, Peru, China und Russland einnehmen.

Einer der größten Goldproduzenten in der EU ist die die kanadische Agnico Eagle Mines mit der Kittila Mine im Norden Finnlands (Bild 8). Die Mine umfasst die Erzflöße Suuri und Roura, die 2008 bzw. 2010 im Tagebau in Betrieb gingen. 2012 erfolgte eine komplette Umstellung auf den Untertagebau. Die Mine wurde 2014 auf 4500 t/d Erz ausgebaut, bis 2021 soll eine weitere 25 % Kapazitätserweiterung mit einem etwa 1050 m tiefen Schacht erfolgen. Dafür sind Investitionskosten in Höhe von 160 Mio. € vorgesehen. 2017 wurden in Kittila 196 938 Oz Gold (5583 kg) mit Produktionskosten von 753 US$/oz Gold gewonnen. Die Goldreserven der Mine werden mit 4,09 Mio. Oz beziffert, was einer Minenlebensdauer von etwa 18 Jahren entspricht. In Schweden ist Agnico Eagle mit der Exploration der Barsele Mine befasst, 500 km südwestlich der Kittila Mine.

In Finnland allein existieren ungefähr 100 verschiedene Golderz-Vorkommen. Derzeit werden neben der Kittila Mine 3 weitere Minen ausgebeutet. In der Pampalo Mine der schwedischen Endomines wurden im Jahr 2017 398 kg Gold gewonnen. Der Minenbetrieb wird wegen fehlender Wirtschaftlichkeit aber erst einmal in September 2018 eingestellt. Endomines hatte gemeinsam mit Outokumpu auch die Laiva Mine betrieben. Inzwischen wurde die Mine von Nordic Gold übernommen, im August wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Die kanadische Rupert Resources besitzt die Pahtavaara Goldmine, deren Betrieb 2014 vorübergehend eingestellt wurde. Schließlich ist in Finnland noch die australische Dragon Mining zu nennen, die die Vammala Aufbereitungsanlage für Golderze aus den Jokisivu und Orivesi Goldminen betreiben.

Südosteuropa ist eine interessante Region für den Golderzbergbau. Bulgarien spielt dabei eine wichtige Rolle in der EU. Die kanadische Dundee Precious Metals hatte 2003 die Chelopech Mine übernommen und die Erzförderung von 0,52 Mta auf über 2,0 Mta gesteigert. 2017 wurden dort 197 684 oz Gold (ca. 5600 kg) produziert. Ein weiteres dort aktives Unternehmen aus Kanada ist Velocity Minerals, die die Gorubso Chala Goldmine übernommen haben. In Griechenland engagiert sich Eldorado Gold, ebenfalls aus Kanada. Auf der Halbinsel Chalkidiki ist die Olympiakos (Bild 9 und Bild 10) Goldmine in Betrieb. In 2017 wurden dort bereits 18 472 oz (ca. 523,7 kg) Gold produziert. Je eine weitere Mine in Griechenland und Rumänien sollen neben den zwei Flagschiff-Goldminen Kışladağ und Efemçukuru in der Türkei für ein weiteres Wachstum in dem Unternehmen sorgen.

KGHM Polska Miedź aus Polen ist ein führendes Unternehmen im Silberabbau. Im globalen Ranking kommt man mit einer Produktionsmenge von 1244 t im Jahr 2017 hinter Fresnillo (1687 t) auf den 2. Platz, gefolgt von Glencore (1174 t), Goldcorp (890 t) und Polymetal (834 t). In Polen wurden im letzten Jahr aus den drei Untertage-Kupferminen Polkowice-Sieroszowice, Rudna, und Lubin (Bild 11) 1171 t Silber in Niederschlesien abgebaut. Der Erzkörper der Mine in Lubin liegt in einer Tiefe von 368 bis 1006 m. Die derzeitige Erzabbaukapazität der Mine beträgt 8 Mta. Dabei wurden 66,9 kt Kupfer gewonnen. Silber wird dort ebenso wie Gold und Blei als Nebenprodukt erhalten. Die vorhandenen Silberreserven der Lubin-Mine belaufen sich auf 17 883 t, alle drei Minen in Polen kommen auf fast 70 000 t, was einer Lebensdauer von ca. 58 Jahren entspricht.

4 Basismetalle (Kupfer, Zink, Blei)

Die Kupfergewinnung in der EU stieg von 0,88 Mta im Jahr 2010 auf 0,93 Mta im Jahr 2016 (Bild 12). In 9 Ländern wird Kupfererz abgebaut. Führend in dem Zeitraum waren Polen mit 51,3 %, Bulgarien (13,1 %), Spanien (12,3 %), Schweden (9,3 %) und Portugal (9,0 %). Polens Produktionsmengen haben sich von 0,55 Mta auf 0,43 Mta verringert, die von Spanien haben sich auf 0.18 Mta erhöht, während die von Bulgarien und Schweden konstant geblieben sind. Im internationalen Maßstab nimmt die EU mit etwa 3,5 % Anteil nur eine unbedeutende Rolle bei der Kupfergewinnung ein. Lediglich bei der Kupferverhüttung kommen Deutschland und Polen mit jeweils 0,59 Mta und 0,52 Mta im Jahr 2017 auf einen 9. und 10. Platz im Weltranking. Marktführer ist China mit 8,58 Mta, gefolgt von Chile mit 2,24 Mta und Japan mit 1,54 Mta.

Bild 13 und Bild 14 zeigen die Minenproduktion für Zink und Blei. 2016 wurden 727 kt Zink und 184,4 kt Blei abgebaut, nach 798 kt bzw. 218,9 kt im Jahr 2010. Von der Tendenz her sind die Gewinnungsmengen für beide Metalle rückläufig. In der EU gibt es jeweils 11 Länder, in denen die entsprechenden Erze abgebaut werden. Führend bei der Gewinnung von Zink ist Irland mit 39,6 % vor Schweden (27,7 %) und Polen (10,8 %). Bei Blei sind es dieselben Länder, nur in einer anderen Reihenfolge. Schweden führt mit 31,9 % vor Polen (25,9 %) und Irland (18 %). Von der Tendenz her sind die Mengen von Irland bei beiden Metallen stark rückläufig, während die Mengen für Schweden steigen. So hat Schweden Irland bei der Gewinnung von Zink im Jahr 2015 mit 247 kt zu 236 kt bereits überholt.

KGHM ist in der EU mit einer Menge von 0,553 Mta (davon 0,467 Mta aus den drei Minen in Polen) der größte Kupferhersteller. Im weltweiten Maßstab nimmt man 2017 hinter Codelco (1,84 Mta), Freeport-McMoRan (1,436 Mta), Glencore (1,247 Mta), Grupo Mexico (0,883 Mta) und BHP Billiton (0,796 Mta) einen guten 6. Platz ein. Die beiden wichtigsten Kupferminen von KGHM sind die in Polkowice-Sieroszowice und Rudna (Bild 15), die bei einer Minenkapazität von jeweils 12 Mta Erz auf Gewinnungsmengen von 204,6 kt bzw. 195,3 kt kamen. Boliden ist mit einer Menge von 0,353 Mta im Jahr 2017 nach 0,336 Mta im Jahr 2016 die Nr. 2 bei der Kupfergewinnung in der EU und die Nr. 10 weltweit. Deren Flaggschiffmine ist die Aitik Mine (Bild 16) in Nordschweden, die als effizienteste Kupfermine der Welt gilt. Derzeit werden dort Kupfererze im Tagebau aus 450 m Tiefe gewonnen.

Bei Zink ist Boliden mit einer Produktionsmenge von 457 kt in 2017 im weltweiten Ranking die Nr. 4 hinter Glencore, Hindustan Zink und Teck. Die Flaggschiffminen von Boliden für die Zinkgewinnung sind die Garpenberg Mine in Schweden und die Tara Mine in Irland. Garpenberg (Bild 17) wird weltweit als produktivste Zink-Untertagemine angesehen. 2017 wurden dort 2,63 Mta Erz abgebaut, wobei neben Zink auch Blei, Kupfer, Gold und Silber gewonnen wurden. Die Tara Mine in Irland ist Europas größte Zinkmine. Das Erz wird dort aus etwa 1000 m Tiefe gefördert (Bild 18). Boliden ist gleichzeitig der größte Produzent von Blei in der EU mit einer Menge von ca. 60 kt aus den Minen Garpenberg, Tara und der Boliden Area mit den Minen Renström, Kristineberg und Maurliden in Schweden.

Andere wichtige Hersteller von Kupfer und Zink in der EU sind u.a. die kanadische Lundin Mining sowie die finnische Terrafame. Lundin Mining hat die Neves-Corvo Kupfer-Zinkmine in Portugal erworben. Die Zinkproduktion soll dort von 71 kt im Jahr 2017 auf durchschnittlich 150 kt ab 2020 ausgebaut werden. In Schweden besitzt Lundin Mining die Zinkgruvan Zink-Blei-Kupfer-Untertagemine, wo 2018 etwa 79 kt Zink gewonnen werden sollen. Terrafine besitzt eine Nickel-Zinkmine in Sotkamo in Finnland. Dort wurden in 2017 insgesamt 31,5 Mta Erz abgebaut. Das Erz wird einem primären und sekundären Bioleaching-Prozess unterworfen. 2017 wurden dabei 20,864 kt Nickel und 47,205 kt Zink produziert, nach 9,554 kt und 22,554 kt im Vorjahr.

5 Explorationstrends

Wohl noch nie gab es so viele Explorationsprojekte im Erzbergbau in den Ländern der EU wie jetzt. Für die führenden Minenunternehmen ist es unentbehrlich, neue Explorationsbohrungen vorzunehmen, um die Ressourcen der Minen besser zu erkunden und um Planungssicherheit für Minenerweiterungen bzw. eine verbesserte Vorhersage der Minenlebensdauer zu haben. So konnte beispielsweis Boliden im Jahr 2017 bei der Tara Zinkmine in Irland zusätzliche Ressourcen in Höhe von 10 Mta nachweisen. Die Reserven der Garpenberg Mine wurden ebenfalls nach oben korrigiert. Durch Übernahme der Kylylahti Kupfermine im Jahr 2014 hat Boliden auch die Explorationsrechte der Mine übernommen, um durch neue Bohrungen die Lebensdauer der Mine neu zu konzipieren. Gleiches wird mit der im Jahr 2016 erworbenen Kevitsa Nickel-Kupfermine in Finnland passieren.

Durch die Übernahme bestehender und teilweise stillgelegter Minen durch neue Minenunternehmen bzw. Investoren werden diverse Möglichkeiten in Betracht gezogen. Hier sind Beispiele von der iberischen Halbinsel: In Andalusien in Spanien hat Trafigura Mining die Kapazitäten der Kupfermine Aguas Teñidas (MATSA) von 2,3 Mta auf 4,4 Mta aufgrund von Explorationsbohrungen erweitert (Bild 19). Atalaya Mining hat von Rio Tinto eine Kupfermine im Südwesten Spaniens übernommen. Explorationsbohrungen ermöglichen dort eine Minenerweiterung von 9,5 Mta Erzabbau mit einer Kupfergewinnung von etwa 37,1 kt in 2017 auf 15 Mta Erz und 50 – 55 kt Kupfer im Jahr 2020. Ein zweites Kupferminen-Projekt hat Atalaya Mining im äußersten Nordwesten Spaniens – durch Übernahme der Toura-Mine ebenfalls von Rio Tinto. Avrupa Minerals plant diverse Explorationsbohrungen im Zusammenhang mit Lizenzen für die stillgelegten Kupfer- und Zinkminen Lousal, São Domingos und Caveira in Portugal.

6 Ausblick

Vielerorts wird von einer Wiederbelebung des Bergbaus in der EU gesprochen. Dies hat damit zu tun, dass in den letzten Jahren der Rückgang der Produktionsmengen für einige wichtige Metalle zu einem Stillstand gekommen ist und in manchen Ländern bereits wieder leichte Anstiege erkennbar sind. Ein Aspekt dabei ist, dass Minenbetriebe, die aufgrund von schlechten Weltmarktpreisen und fehlender Wirtschaftlichkeit zwischenzeitlich Konkurs angemeldet haben, von neuen Investoren aufgekauft bzw. übernommen wurden. Auffallend ist die große Anzahl von Unternehmen aus Kanada, die Investitionsrisiken vermeiden wollen und insbesondere in Skandinavien und Südosteuropa auf gute Voraussetzungen stoßen. Ein anderer Aspekt ist, dass durch eine höhere Minenproduktion in der EU teure Importe aufgrund langer Lieferwege reduziert werden können und damit eine bessere Versorgungssicherheit der zahlreichen lokalen Metallhütten gegeben ist.

Literatur • Literature

[1]  European Commission: COMMISSION STAFF WORKING DOCUMENT – Report on Critical Raw Materials and the Circular Economy. SWD (2018) 36 final, 16.01.2018, European Commission, 2017, Brussels/Belgium

[2]  European Commission: Study on the review of the list of Critical Raw Materials – Non-critical Raw Materials Factsheets. Directorate-General for Internal Market, Industry, Entrepreneurship and SMEs Directorate Industrial Transformation and Advanced Value Chains Unit C.2 – Resource Efficiency and Raw Materials, European Commission, 2017, Brussels/Belgium

[3]  Harder, J.: Scarcity of Mineral Resources. In: AT MINERAL PROCESSING, 11/2014, pp. 58-67

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