Härtetest am Erzberg

Neue Brechbacken stellen ihre Lebensdauer unter Beweis

Am Steirischen Erzberg wurden zwei Epiroc Imlochhammermaschinen mit alten und neuen Brechbacken parallel getestet. Das Ergebnis: Nach rund 29 000 Bohrmetern blieb das neue Brechbackendesign nahezu unversehrt, während die alten Backen bereits nach etwa 25 000 m stark verschlissen waren. Der Test zeigt deutliches Potenzial für längere Standzeiten und geringere Betriebskosten.

Zwischen rotem Erzstaub, hartem Gestein und Bohrgeräten, die täglich im Einsatz sind, spielt der Verschleiß von Komponenten eine entscheidende Rolle. Dabei ist ein Verschleißteil klein und nicht gut einsehbar, allerdings entscheidend für ein reibungsloses Verschrauben der Bohrstangen: die Brechbacken.

Eisenerzbergbau am Steirischen Erzberg
© Epiroc

Eisenerzbergbau am Steirischen Erzberg
© Epiroc

Ein bekanntes Problem: hoher Verschleiß bei Brechbacken

Über die Jahre hat sich bei der VA Erzberg GmbH gezeigt, dass das bisherige Brechbackendesign einen erhöhten Verschleiß aufwies. Die Herausforderung: Trotz bewährter Prozesse waren die Brechbacken im Erzabbau anfällig für schnelle Abnutzung. Das bedeutete zusätzliche Wechselintervalle, Stillstandzeiten und steigende Beschaffungskosten.

Um herauszufinden, ob die neuen und weiterentwickelten Brechbacken hier spürbare Verbesserungen bringen könnten, wurde ein gemeinsamer Vergleichstest gestartet – direkt im Realbetrieb.

Ein Test unter realen Bedingungen

Am 11. September 2025 wurden zwei Epiroc SmartROC Imlochhammerbohrgeräte parallel mit unterschiedlichen Brechbackentypen bei der VA Erzberg GmbH ausgestattet. Dabei erhielt das neuere Gerät, die Epiroc SmartROC D60 das alte Brechbackendesign, und die ältere Epiroc SmartROC D65 das neue Design.

Epiroc SmartROC D60, altes Brechbackendesign (OLD-3222328551)
© Epiroc

Epiroc SmartROC D60, altes Brechbackendesign (OLD-3222328551)
© Epiroc
Die Rahmenbedingungen für den weiteren Einsatz der beiden Geräte wurde bewusst identisch gewählt und der Realbetrieb ging einfach weiter. Sie haben unter gleichen Umgebungsbedingungen in vergleichbaren geologischen Verhältnissen weitergearbeitet.

Epiroc SmartROC D65, neues Brechbackendesign (NEW-3222358809)
© Epiroc

Epiroc SmartROC D65, neues Brechbackendesign (NEW-3222358809)
© Epiroc
Für die VA Erzberg GmbH war der Austausch unkompliziert. Ein wichtiger Punkt, denn im Design der neuen Brechbacken ist die einfache Montage ein Update-Element. Dies kann nun mit dem praxistauglichen Handling bestätigt werden.

Nach Zwischeninspektionen im Oktober und November 2025 sowie im Februar 2026 verlief der Test stabil und ohne Abweichungen. Die finalen Messdaten wurden am 3. März 2026 erhoben.

Verbessertes Brechbackendesign

Die neuen Brechbacken punkten mit einem überarbeiteten Design, optimierter Materialpaarung und verbesserter Geometrie. Sie verfügen über langlebige Hartmetallknöpfe für eine längere Lebensdauer und verbesserten Halt. Zudem sind sie einfach zu installieren und haben eine Rückwärtskompatibilität mit den vorhandenen Kolbenstangenköpfen. Auch die Wartungsmöglichkeit wurde verbessert: mit einer extra dafür vorgesehenen Aussparung für einen Schlagschrauber wird die Demontage erleichtert.

Die Ergebnisse sprechen für sich

Nach 6 Monaten im Einsatz zeigt der Test der zwei Varianten von Brechbacken ein eindeutiges Ergebnis.

Nach 29 215 Bohrmetern und einer Laufzeit von 1044 Motorstunden während des Testzeitraums zeigt das neue Brechbackendesign kaum Verschleißerscheinungen. Die Oberfläche der Backen sind weitgehend intakt, ohne kritische Materialabtragungen oder strukturelle Veränderungen (Bild 3, rechts). Aus technischer Sicht besteht daher keine Einschränkung für den fortgesetzten Einsatz. Die Brechbacken können problemlos weiterlaufen.

Gegenüberstellung altes (OLD-3222328551) und neues (NEW-3222358809) Brechbackendesign
© Epiroc

Gegenüberstellung altes (OLD-3222328551) und neues (NEW-3222358809) Brechbackendesign
© Epiroc
Im direkten Vergleich dazu treten beim bisherigen Brechbackendesign bereits nach 25.061 Bohrmetern und 990 Motorstunden im Testzeitraum deutlich fortgeschrittene Abnutzungen auf. Die sichtbaren Materialverluste sind in der Oberflächenstruktur deutlich zu erkennen, ein Zeichen für das Erreichen der Verschleißgrenze (Bild 3, links). Aufgrund dieses klaren Ergebnisses ist es empfehlenswert, die Brechbacken zeitnah auszutauschen, um eine konstante Leistung sicherzustellen und das Risiko von ungeplanten Stillständen zu vermeiden.

Die neuen Brechbacken zeigen unter identischen Einsatzbedingungen eine deutlich verlängerte Lebensdauer und behalten auch nach intensiver Nutzung eine stabile, funktionsfähige Oberfläche. Für die VA Erzberg GmbH bedeutet das konkret, dass sie weniger Stillstände und reduzierte Verschleiß- und Austauschkosten hat. So hat sie eine insgesamt höhere Planungssicherheit und kann mit einer höheren Produktivität im täglichen Produktionsbetrieb arbeiten.

Tabelle: Start- und Enddaten des Vergleichstests
© Epiroc

Tabelle: Start- und Enddaten des Vergleichstests
© Epiroc

Die Sicht des Kunden

Die VA Erzberg GmbH hat den Vergleichstest bewusst begleitet, um aktiv an Verbesserungen mitzuwirken – und um mögliche wirtschaftliche Vorteile auszuloten. Der bisherige Eindruck fällt positiv aus.

"Bei den alten Backen hatten wir mit erhöhtem Verschleiß zu kämpfen. Und der Einbau und Ausbau bei den neuen Backen verlief wirklich unkompliziert", berichtet Peter Schimek, Bohr- & Sprengtechnik, Tagebau, VA Erzberg GmbH

Ein Blick nach vorn

Mit den aktuellen Ergebnissen zeigt sich, dass das neue Brechbackendesign in der Praxis einen deutlichen Vorteil bringt. Die gewonnenen Daten liefern den Beleg für den wirtschaftlichen Vorteil im Feld.

Ob am Erzberg oder in anderen anspruchsvollen Abbauumgebungen: Längere Lebensdauer bedeutet weniger Unterbrechungen, niedrigere Kosten und mehr Zuverlässigkeit im täglichen Betrieb. Und es zeigt sich: Fortschritt beginnt dort, wo Innovation unter realen Bedingungen standhält.

www.epiroc.com

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