Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken nimmt zu

Deponierung weiterhin mit Abstand größter Entsorgungsweg

Erneut haben die Verbände aktuelle Zahlen, Daten und Fakten rund um die Aufbereitung und Verwertung von Rostaschen aus der thermischen Behandlung von Siedlungs- und Gewerbeabfällen (MVA und EBS-Kraftwerke mit Rostfeuerung) bei Mitgliedern und Nichtmitgliedern abgefragt.

Schlackenaufbereitungsanlage
© ITAD e.V.

Schlackenaufbereitungsanlage
© ITAD e.V.
Das Daten-Monitoring fand auf Basis eines branchenspezifischen Fragebogens der Verbände ITAD und BMKE für das Berichtsjahr 2024 statt und deckt alle den Verbänden bekannten 39 Schlackeaufbereitungsanlagen in Deutschland ab. Die Abfrage zu den relevanten Kenndaten im Bereich der Schlackeaufbereitung umfasste sowohl mineralische Stoffströme als auch Metalle.

Dr. Ragnar Warnecke, Vorstandsvorsitzender ITAD freut sich über den Beitrag der Rostascheaufbereitung zur Circular Economy und zum Klimaschutz: „Für die Erzeugung von Metallschrotten stellt Rostasche eine verlässliches Rohstoffpotenzial dar und das Metallrecycling bleibt, wie auch in der Vergangenheit, auf einem hohen Niveau und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Vermeidung von Emissionen durch die Metallherstellung aus primären Rohstoffen. Mit Blick auf die Verwertung der mineralischen Fraktion setzen wir uns gemeinsam mit anderen Verbänden dafür ein, dass neue Anwendungsfelder geöffnet werden, in denen Rostasche zur Herstellung sicherer Sekundärbaustoffe genutzt werden kann und so zum Ausbau der Kreislaufwirtschaft beiträgt. Wie auch unsere in Kürze erscheinende Roadmap 2045 zeigt: In absehbarer Zukunft wird das Ressourcenpotenzial aus Rostasche auf ähnlichem Niveau rangieren. Deshalb erwarten wir vom Gesetzgeber, auf Grundlage der Erkenntnisse vieler Forschungsprojekte dieses Potenzial durch Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen zu erschließen.“

Ein zentraler Antreiber für die gemeinschaftliche Verbändeaktion war erneut die Bedeutung der Förderung der Wiederverwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Inkrafttretens der ErsatzbaustoffV war es von besonderer

Wichtigkeit, die Verwertungsquoten im ersten vollen Jahr nach „neuem“ Regelwerk aufzuzeigen. So wird im Vergleich der Werte 2022 zu 2024 deutlich, dass die Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken von rund 13 % auf rund 25 % angestiegen ist. Die Verwertung und Beseitigung auf Deponien macht aber weiterhin mit über 70 % den mit Abstand größten Entsorgungsweg für Hausmüllverbrennungsasche aus.

Die Vorsitzende der Fachgruppe Hausmüllverbrennungsschlacke und stellv. Vorsitzende des BMKE Rebecca Winkler erklärt: „Die Zahlen aus 2024 zeigen, dass die Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken unter der ErsatzbaustoffV zugenommen hat. Eine gesteigerte Nachfrage von Hausmüllverbrennungsasche insbesondere bei privaten Anwendern kann festgestellt werden. Leider können wir diesen positiven Trend nicht bei öffentlichen Auftraggebern feststellen. Es ist also weiterhin notwendig, dass die Pflichten der öffentlichen Hand bezüglich der Bevorzugung von Rezyklaten nachgeschärft werden. Die konstant hohe Verwertung und Beseitigung auf Deponien macht das große Potenzial für eine höherwertigere Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche deutlich. “

www.bmke-verband.de

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